Pflanzenprofil
Gemeiner Odermennig
Mund- und Rachenentzündungen, Magen-Darm-Beschwerden, Wunden, Hautprobleme, Durchfall
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Mund- und Rachenentzündungen, Magen-Darm-Beschwerden, Wunden, Hautprobleme, Durchfall
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (getrocknete blühende Sproßspitzen von Agrimonia eupatoria L.)
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: (1) Kräutertee oral: 1,5–4 g zerkleinertes Kraut in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss, 2–3× täglich. (2) Aufguss zum Gurgeln: 1,5 g in 150 ml kochendem Wasser, 2–4× täglich. (3) Abkochung zum Gurgeln: 3–4,5 g in 250 ml Wasser, 2–3× täglich. (4) Abkochung äußerlich (Umschläge): 3–10 g in 100–250 ml Wasser; als Badezusatz 3–10 g in 250 ml Wasser, 2× täglich bis 30 Min. (5) Flüssigextrakt DER 1:1, Ethanol 25%: 1–3 ml 3× täglich oral/oromukosal. (6) Tinktur 1:5, Ethanol 45%: 1–4 ml 3× täglich oral/oromukosal. Anwendungsdauer: bei Durchfall nicht länger als 3 Tage; bei Mund-/Hautbeschwerden nicht länger als 1 Woche ohne ärztlichen Rat.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Eine häufige Verwechslung besteht mit dem Duft-Odermennig (Agrimonia procera), der ebenfalls medizinisch genutzt wird und sich vor allem durch seinen intensiveren Duft und etwas größere Blüten unterscheidet. Gelegentlich kann auch eine Verwechslung mit jungen Exemplaren der Echten Nelkenwurz (Geum urbanum) vorkommen, die ebenfalls gefiederte Blätter und gelbe Blüten aufweist.
Geschichte & Tradition
Agrimonia eupatoria war bereits in der Antike bekannt; Dioskurides und Plinius d. Ä. beschrieben die Pflanze für Leber- und Magen-Darm-Beschwerden. Der Artname »eupatoria« erinnert an Mithridates VI. Eupator von Pontus, dem umfassendes Heilpflanzenwissen zugeschrieben wurde. Im mittelalterlichen Europa fand der Odermennig als Wundmittel und bei Rachenentzündungen Verwendung; er ist in zahlreichen Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts, u. a. bei Tabernaemontanus, verzeichnet. In der neuzeitlichen Volksmedizin blieb er vor allem als Tee bei Mund- und Rachenpflege sowie bei Verdauungsbeschwerden gebräuchlich.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Juni, Juli, August
Erntezeit: Juni, Juli, August
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
Public domain
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Agrimoniae herba, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Generell gut verträglich; bei Allergie gegen Rosengewächse meiden; in der Schwangerschaft nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff (Dokument an dieser Stelle abgeschnitten; weitere Gegenanzeigen aus Abschnitt 5.5.2 nicht im vorliegenden Auszug enthalten). Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.