Luavera

Pflanzenprofil

Echte Bärentraube

Arctostaphylos uva-ursi (L.)

Ericaceae

Harnwegsinfektionen, Blasenentzündung, Harnwegserkrankungen, Urogenitaltrakt


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Harnwegsinfektionen, Blasenentzündung, Harnwegserkrankungen, Urogenitaltrakt

HarnwegsinfektionenBlasenentzündungHarnwegserkrankungenUrogenitaltrakt

Inhaltsstoffe

ArbutinMethylarbutinGallotannineEllagitannineFlavonoide (HyperosinIsoquercitrin)IridoideAllantoin

Zubereitungsformen

TeeAufgussTinkturKapselStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Blatt (getrocknetes, ganzes oder geschnittenes Blatt)

Erwachsene und Jugendliche (≥12 Jahre): Kräutertee: 3 g Droge auf 150 ml Wasser als Aufguss oder Kaltmazerat, bis zu 4× täglich; entspricht 400–840 mg Hydrochinon-Derivaten (berechnet als wasserfreies Arbutin) täglich. Trockenextrakt (DER 3,5–5,5:1, Ethanol 60%): 238,7–297,5 mg (entspr. 70 mg Hydrochinon-Derivate) 2–3× täglich als Filmtablette. Flüssigextrakt (1:1, Ethanol 25%): 1,5–4 ml, 3× täglich. Maximale Anwendungsdauer: 1 Woche; ohne ärztlichen Rat nicht häufiger als 5× pro Jahr.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischCiprofloxacinPolyphenole (Eisenchelatoren/Antioxidantien) aus A. uva-ursi schützen Bakterien vor oxidativem Stress, der durch Ciprofloxacin ausgelöst wird (In-vitro).Nur In-vitro-Befund; keine klinische Evidenz. Kombination theoretisch kritisch bei aktiver Harnwegsinfektion.
TheoretischAminopenicillinPolyphenole aus A. uva-ursi verzögern durch antioxidative/eisenchelierende Eigenschaften die Bakteriolyse durch Ampicillin (In-vitro).Nur In-vitro-Befund. Klinische Relevanz unklar; Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme zur Infektionsbehandlung.
TheoretischAminoglykosid-AntibiotikumProoxidante Polyphenole aus A. uva-ursi verstärken die bakterizide Wirkung von Kanamycin durch erhöhten oxidativen Stress (In-vitro).Nur In-vitro-Befund. Klinische Relevanz nicht belegt.
TheoretischCYP3A4-Substrate (z.B. Ciclosporin, Statine, Benzodiazepine)In-vitro-Hemmung von CYP3A4 durch wässrige Extrakte (stark); Methanol-Extrakte zeigten geringe bis moderate Hemmung.Kombination mit engen CYP3A4-Substraten beobachten; klinische Studien fehlen.
TheoretischCYP2C19-Substrate (z.B. Omeprazol, Clopidogrel, Escitalopram)In-vitro-Hemmung von CYP2C19 durch wässrige und Methanol-Extrakte (stark).Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme; klinische Daten fehlen.
TheoretischP-Glykoprotein-Substrate (z.B. Digoxin, Dabigatran, Talinolol)Wässrige Extrakte hemmen P-gp-Transport nach 1 h, induzieren ihn nach 18 h (in THP-1 und Caco-2).In-vitro-Befund ohne klinischen Nachweis; bei P-gp-abhängigen Arzneimitteln Vorsicht geboten.
TheoretischCYP19 (Aromatase)-Substrate / AromatasehemmerIn-vitro-Hemmung von CYP19 (Aromatase) durch wässrige Extrakte (stark); Methanol-Extrakte gering bis moderat.Relevanz bei hormonabhängigen Erkrankungen unklar; klinische Studien erforderlich.
TheoretischOxacillinCorilagin aus A. uva-ursi potenziert Beta-Lactam-Aktivität gegen MRSA; MHK-Reduktion um Faktor 100–2000 (In vitro)Nur In-vitro-Daten; klinische Relevanz unklar. Keine Therapieanpassung ohne klinische Evidenz.
TheoretischCefmetazoleCorilagin aus A. uva-ursi reduziert MHK von Cefmetazole gegen MRSA signifikant (In vitro)Nur In-vitro-Daten; klinische Relevanz unklar. Keine Therapieanpassung ohne klinische Evidenz.
TheoretischDexamethasonBärentraube-Wasserextrakt potenziert synergistisch die antiallergische und antiinflammatorische Wirkung von Dexamethason-Salbe (Tiermodell).Potenzielle synergistische topische Kombination; klinische Relevanz am Menschen nicht belegt, keine Handlungsempfehlung ableitbar.
TheoretischIndomethacinArbutin potenziert die entzündungshemmende Wirkung von Indomethacin; Mechanismus ungeklärtNur im Tiermodell belegt; klinische Relevanz unklar. Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Bärentraubenblättern und NSAIDs.

Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslung mit der Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) ist möglich, da beide immergrüne Ericaceen mit roten Beeren und ähnlichem Habitus sind. Unterscheidungsmerkmal ist die Blattunterseite der Bärentraube: Sie ist hell und zeigt ein deutlich erhabenes Nervennetz, während Preiselbeere-Blätter unterseits punktförmige Drüsen aufweisen.

Geschichte & Tradition

Die Echte Bärentraube wird seit dem Mittelalter in der europäischen Volksmedizin traditionell bei Harnwegserkrankungen verwendet und wurde bereits im 16. Jahrhundert in deutschen Kräuterbüchern beschrieben. Auch nordamerikanische Völker nutzten die Pflanze traditionell bei Blasenleiden. Der Wirkstoff Arbutin wird in der Literatur mit Aktivität im alkalischen Harn beschrieben; wissenschaftliche Untersuchungen im 19. Jahrhundert befassten sich mit dieser Eigenschaft.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Mai, Juni, Juli

Erntezeit: Juli, August, September, Oktober

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Echte Bärentraube

© Walter Siegmund · CC BY 2.5

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Uvae ursi folium, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht länger als 1 Woche anwenden; nicht bei Kindern unter 12 Jahren, in der Schwangerschaft oder bei Nierenerkrankungen

Gegenanzeigen: Schwangerschaft (belgisches Produkt explizit: 'not pregnant'). Bestehende oder frühere Nierenerkrankungen (aus Kombinationspräparat-Abschnitt).

SchwangerschaftMeiden
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungMeiden
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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