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Pflanzenprofil

Tausendgüldenkraut

Centaurium erythraea

Gentianaceae

Das Tausendgüldenkraut ist eine bewährte Bitterpflanze aus der Familie der Enziangewächse, die traditionell zur Unterstützung der Verdauung und Anregung der Magensaftsekretion eingesetzt wird. Bitterstoffe wie Erythrocentaurin und Swertiamarin stimulieren die Produktion von Verdauungsenzymen und fördern den Appetit. In der Phytotherapie wird es klassisch bei Magenbeschwerden, Völlegefühl und Appetitlosigkeit verwendet.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Magenschwäche, Gallenblasenbeschwerden, Leberstimulation

VerdauungsbeschwerdenAppetitlosigkeitLeber & GalleMagenbeschwerdenEntgiftungBitterkeit

Inhaltsstoffe

Secoiridoid-Bitterstoffe (SwertiamarinSwerosidGentiopicrosidErythrocentaurin)Xanthone (MethylbellidifolinEustomin)Pyridinalkaloide (Gentianin)PhenolcarbonsäurenTriterpene (Oleanolsäure)

Zubereitungsformen

TeeTinkturPulverStandardisierter ExtraktKapsel

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (ganze oder zerkleinerte, getrocknete, blühende oberirdische Teile)

Erwachsene und Jugendliche – a) Teeaufguss (zerkleinertes Kraut 1:20): 1–4 g bis zu 4× täglich; b) Pulver: 0,25–2 g bis zu 3× täglich; c) Flüssigextrakt DER 1:1 (Ethanol 25 %): 2–4 ml bis zu 3× täglich; d) Tinktur DER 1:5 (Ethanol 70 %): 1,5–5 g bis zu 3× täglich; e) Weichextrakt DER 1:10 (Wasser): Einzeldosis 0,2 g, Tagesdosis 1–2 g. Kinder 6–12 Jahre (Teeaufguss, registriertes AT-Produkt): 2–3× täglich 1 Tasse (1,4-g-Filterbeutel).

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind am ehesten mit dem Kleinen Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum) möglich, das kleinere, lockerer angeordnete Blüten besitzt und ähnliche Inhaltsstoffe aufweist. Gelegentlich wird es auch mit dem Feld-Enzian (Gentianella campestris) verwechselt, der jedoch ungezweigte Stängel und vierzählige Blüten zeigt.

Geschichte & Tradition

Das Tausendgüldenkraut war bereits in der Antike als Heilpflanze bekannt; sein Gattungsname leitet sich vom mythologischen Kentaur Chiron ab, dem die Entdeckung seiner Heilwirkung zugeschrieben wird. Dioskurides beschrieb es im 1. Jahrhundert n. Chr. als Mittel gegen Fieber und Magenleiden. Im europäischen Mittelalter zählte es zu den wichtigsten Bitterstoffpflanzen und wurde in Klostergärten kultiviert. Bis heute ist es in der europäischen Phytotherapie als klassisches pflanzliches Amarum offiziell anerkannt.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Juni, Juli, August, September

Erntezeit: Juni, Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Tausendgüldenkraut

© Picture taken by BerndH · CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Centaurii herba, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Magengeschwüren oder Übersäuerung anwenden. In Schwangerschaft und Stillzeit vermeiden. Kann Medikamentenwechselwirkungen haben.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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