Luavera

Pflanzenprofil

Isländisches Moos

Cetraria islandica (L.) Acharius s.l.

Parmeliaceae

Reizhusten, Heiserkeit, Hals- und Rachenentzündung, Mundschleimhautentzündung, Appetitlosigkeit


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Reizhusten, Heiserkeit, Hals- und Rachenentzündung, Mundschleimhautentzündung, Appetitlosigkeit

Husten & BronchitisErkaltungHalsAppetitlosigkeitMund

Inhaltsstoffe

Polysaccharide (LichenanIsolichenan)Flechtensäuren (ProtocetrarsäureFumarprotocetrarsäureCetrarsäure)Bitterstoffverbindungen

Zubereitungsformen

TeeAbkochungSirupTabletteStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Thallus (Lagerkörper der Flechte)

Zerkleinertes Kraut als Tee: 1,5 g in 150 ml kochendem Wasser als Aufguss oder Mazerat, 3–4x täglich (Schleimhautreizung/Husten); 1–2 g in 150 ml Wasser als Aufguss oder Mazerat 3x täglich (Appetitlosigkeit); empfohlene Tagesdosis 4–6 g Droge. Softextrakt DER 2–4:1 (Lutschtablette 100 mg): Erwachsene/Jugendliche >12 J. 13–20 Stück/Tag, Kinder 4–12 J. 4–6 Stück/Tag. Tinktur 1:5 (Ethanol 40 %): 1–1,5 ml 3x täglich. Anwendungsdauer: Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden über 1 Woche Arzt aufsuchen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind mit anderen blattartigen Flechten möglich, etwa mit Peltigera-Arten oder Lobaria pulmonaria (Lungenflechte), die einen ähnlichen Habitus aufweisen, jedoch andere Inhaltsstoffprofile besitzen. Eine sichere Bestimmung erfordert die charakteristischen braunen Apothecien und die lederartige, beidseitig verschiedenfarbige Thallusstruktur von Cetraria islandica.

Geschichte & Tradition

Isländisches Moos – botanisch korrekt eine Flechte – wurde in Skandinavien und Island seit dem Mittelalter sowohl als Nahrungsmittel als auch als Heilmittel genutzt. In Hungerzeiten diente der stärkehaltige Thallus als Mehlersatz. Die europäische Volksheilkunde setzte es traditionell bei Husten, Heiserkeit und katarrhalischen Erkrankungen der Atemwege ein. Im 18. und 19. Jahrhundert fand es auch in der gelehrten Medizin Europas Anerkennung, insbesondere zur unterstützenden Behandlung von Schwindsucht.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Juli, August

Erntezeit: Juli, August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Isländisches Moos

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Lichen islandicus, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

In der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlichem Rat. Bei anhaltenden Beschwerden ärztliche Abklärung empfohlen.

Gegenanzeigen: Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit wird mangels ausreichender Sicherheitsdaten nicht empfohlen. Weitere explizite Kontraindikationen sind im vorliegenden Berichtsauszug nicht aufgeführt (Abschnitt 5.5.2 im Volltext).

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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