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Pflanzenprofil

Cnicus benedictus

Cnicus benedictusL.

Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Dyspepsie, Völlegefühl, Gallenfluss-Anregung


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Dyspepsie, Völlegefühl, Gallenfluss-Anregung

VerdauungsbeschwerdenAppetitlosigkeitMagenbeschwerdenGalleVöllegefühl

Inhaltsstoffe

Cnicin (Sesquiterpenlacton-Bitterstoff)GerbstoffeFlavonoideätherisches ÖlSchleimstoffePolyacetylene

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapsel

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (oberirdische Teile, getrocknet, zur Blütezeit gesammelt)

Erwachsene oral: 1,0–2,0 g Pulver vor den Mahlzeiten; 1,5–3,0 g zerkleinertes Kraut als Teeaufguss/-abkochung (in 150–200 mL heißem Wasser) 2–3× täglich, 30 min vor den Mahlzeiten; Flüssigextrakt 1:1 (25% Ethanol): 1,5–2,0 mL 3× täglich; Tinktur 1:5 (25% Ethanol): 3–6 mL 3× täglich. Tagesdosis Kraut gesamt: 4–6 g. Hinweis: Dosen >5 g pro Tasse Tee können Magenirritation und Erbrechen verursachen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Cnicus benedictus kann aufgrund des dornigen Erscheinungsbildes mit anderen einheimischen Distelarten, insbesondere Carduus- und Cirsium-Arten, verwechselt werden. Im Gegensatz zu diesen ist Cnicus benedictus jedoch einjährig und besitzt charakteristisch netzartig geaderte, wollig behaarte Hüllblätter.

Geschichte & Tradition

Cnicus benedictus wurde bereits im Mittelalter in Klostergärten angebaut, wobei der Beiname 'benedictus' auf den Benediktinerorden verweist, der die Pflanze kultivierte. Sie galt im 15. und 16. Jahrhundert als Universalheilmittel gegen Fieber und Pest. Seit dem 16. Jahrhundert ist sie in zahlreichen Kräuterbüchern und Pharmakopöen als Bittermittel zur Förderung der Verdauung dokumentiert. In der Volksmedizin Mitteleuropas blieb sie über Jahrhunderte als Magenbitter und Gallemittel in Gebrauch.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli, August

Erntezeit: Juni, Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Cnicus benedictus

© Didier Descouens · CC BY-SA 4.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Cnici benedicti herba, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Allergie gegen Korbblütler. Nicht in Schwangerschaft/Stillzeit. In höheren Dosen Übelkeit möglich.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Cnicus benedictus oder andere Korbblütler (Asteraceae). Schwangerschaft (traditionell als Abortivum verwendet, daher kontraindiziert).

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderUnbekannt
BlutverdünnerVorsicht
Vor OperationenVorsicht
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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