Luavera

Pflanzenprofil

Herbstzeitlose

Colchicum autumnale

Colchicaceae

Die Herbstzeitlose ist eine stark giftige Pflanze, die den Wirkstoff Colchicin enthält, welcher medizinisch zur Behandlung von Gichtanfällen und familiärem Mittelmeerfieber eingesetzt wird. Alle Pflanzenteile – insbesondere Samen und Zwiebeln – sind hochtoxisch und können bereits in geringen Mengen tödlich sein. In der modernen Phytotherapie wird die Pflanze nicht direkt verwendet; stattdessen kommt das isolierte Alkaloid Colchicin als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zum Einsatz.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Gichtanfälle (Colchicin), familiäres Mittelmeerfieber, rheumatische Erkrankungen (nur als isolierter Wirkstoff, verschreibungspflichtig)

GichtRheumaEntzündungGelenk- & Rheumaschmerzen

Inhaltsstoffe

Colchicin (Hauptalkaloid)DemecolcinColchicosidweitere Colchicum-Alkaloidefettes ÖlStärke

Zubereitungsformen

Tinktur

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Die Laubblätter der Herbstzeitlose werden im Frühjahr häufig mit denen des Bärlauchs (Allium ursinum) verwechselt, was wiederholt zu tödlichen Vergiftungen geführt hat – das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal ist der beim Zerreiben der Herbstzeitlose-Blätter fehlende Knoblauchgeruch. Die lilafarbenen Herbstblüten ähneln morphologisch denen des Krokus (Crocus-Arten), lassen sich aber durch die sechs Staubblätter der Herbstzeitlose gegenüber den drei Staubblättern des Krokus unterscheiden.

Geschichte & Tradition

Der Gattungsname Colchicum leitet sich von Kolchis, einer antiken Region am Schwarzen Meer, ab; bereits griechische und byzantinische Ärzte setzten Zubereitungen der Pflanze gegen Gicht ein. Im europäischen Mittelalter fand sie als Podagra-Mittel Verwendung, obwohl ihre hohe Toxizität bekannt war. 1820 gelang Pelletier und Caventou die Isolierung des Alkaloids Colchicin, was die gezielte und dosierbare medizinische Anwendung erst ermöglichte. Seither wird ausschließlich das isolierte Wirkprinzip als verschreibungspflichtiges Arzneimittel eingesetzt.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: August, September, Oktober

Erntezeit: Juni, Juli, August

Pflanzenbild

Herbstzeitlose

Public domain

Sicherheitshinweise

STARK GIFTIG – alle Pflanzenteile toxisch, auch Hautkontakt meiden. Keinesfalls selbst anwenden. Tödlich bei Einnahme. Kein Hausmittel.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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