Luavera

Pflanzenprofil

Myrrha

Commiphora molmolEngler

Mund- und Rachenentzündungen, Zahnfleischprobleme, Aphten, Wundheilung, Hauterkrankungen, kleinere Wunden


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Mund- und Rachenentzündungen, Zahnfleischprobleme, Aphten, Wundheilung, Hauterkrankungen, kleinere Wunden

Mund-rachenWunden & VerletzungenHautproblemeZahnfleisch

Inhaltsstoffe

Harze (Commiphorsäurenα- und β-AmyrinMyrrhin)ätherisches Öl (SesquiterpeneFuranoneCumin­aldehyd)Gummisubstanzen (Polysaccharide)Bitterstoff

Zubereitungsformen

TinkturÄtherisches ÖlSalbePulver

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Gummiharz (an der Luft gehärtetes Exsudat aus Stamm und Ästen)

Oromukosal (Gurgeln): 0,5–5 ml Tinktur (1:5, Ethanol 90% V/V) in einem Glas Wasser, 3x täglich. Direkte Anwendung: Unverdünnte Tinktur 2–3x täglich auf betroffene Bereiche in Mund/Zahnfleisch tupfen. Hautanwendung: Unverdünnte oder verdünnte Tinktur 2–3x täglich auftragen. Nicht empfohlen für Kinder unter 12 Jahren.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischCiprofloxacinIn-vitro-Potenzierung der antibakteriellen Wirkung durch Myrrhe-Chloroformextrakt und das Terpen 3,4-seco-Mansumbinoinsäure (NorA-Efflux-Hemmung).Klinische Bedeutung nicht gesichert; rein präklinischer Befund. Keine spezifische Handlungsempfehlung ableitbar.
TheoretischTetracyclin-AntibiotikumIn-vitro-Potenzierung der antibakteriellen Wirkung durch Myrrhe-Chloroformextrakt und Terpen 3,4-seco-Mansumbinoinsäure gegen S. aureus und Salmonella enterica.Klinische Bedeutung nicht gesichert; rein präklinischer Befund. Keine spezifische Handlungsempfehlung ableitbar.

Verwechslungsgefahr

Myrrhe kann mit Harzen anderer Commiphora-Arten wie Bdellium (Commiphora africana) verwechselt werden, das pharmakologisch schwächer wirksam ist und ein abweichendes Inhaltsstoffprofil aufweist. Äußerlich besteht zudem eine Verwechslungsmöglichkeit mit Weihrauch (Boswellia sacra), da beide als gelblich-bräunliche Harzkörner gehandelt werden.

Geschichte & Tradition

Myrrhe gehört zu den ältesten dokumentierten Heilmitteln und war im antiken Ägypten als Räuchermittel, Einbalsamierungsstoff und Wundmittel verbreitet. Hippokrates und Dioskurides beschrieben ihre Anwendung bei Wunden, Entzündungen und Munderkrankungen. Im arabischen Raum war sie jahrhundertelang fester Bestandteil der Volksmedizin; im europäischen Mittelalter nutzte sie Hildegard von Bingen in Heilrezepturen. Bis heute ist die Myrrhe-Tinktur ein offiziell anerkanntes Phytopharmakon in europäischen Pharmakopöen.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Februar, März, April

Erntezeit: Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Myrrha

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Myrrha, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht in der Schwangerschaft anwenden. Kann Uterusaktivität steigern. Wechselwirkungen mit Antikoagulanzien möglich. Keine Daueranwendung.

Gegenanzeigen: Das Assessment nennt keine expliziten Kontraindikationen. Auf das Sensibilisierungspotenzial (schwaches Allergen laut LLNA-Test) wird hingewiesen.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerVorsicht
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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