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Pflanzenprofil

Weißdorn

Crataegus monogyna / Crataegus laevigata

Rosaceae

Weißdorn ist eine der bedeutendsten Heilpflanzen für das Herz-Kreislauf-System und wird traditionell bei leichter Herzinsuffizienz sowie zur Regulierung von Blutdruck und Herzrhythmus eingesetzt. Die Blüten, Blätter und Früchte enthalten Flavonoide und oligomere Procyanidine, die die Durchblutung des Herzmuskels verbessern und die kardiale Leistungsfähigkeit steigern. In der modernen Phytotherapie ist Weißdorn eines der am besten untersuchten Herztonika mit nachgewiesener klinischer Wirksamkeit.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Herzinsuffizienz (NYHA I–II), Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Arteriosklerose, altersbedingte Herzschwäche, Kreislaufbeschwerden

Herz & KreislaufBluthochdruckKreislaufHerzrhythmusArterioskleroseErholung

Inhaltsstoffe

Flavonoide (VitexinHyperosidRutin)oligomere Procyanidine (OPC)Triterpensäuren (UrsolsäureOleanolsäure)Gerbstoffe

Zubereitungsformen

TeeTinkturStandardisierter ExtraktTabletteKapsel

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Blüten (folium cum flore); verwendet als ganzes oder geschnittenes, getrocknetes blütentragendes Zweigmaterial

Erwachsene und Jugendliche (≥18 J.): Tee 3–4x täglich 1 Tasse (Teebeutel 1,5–2 g); Trockenextrakt (DER 4–7:1) 80–600 mg 2–3x täglich als Tablette/Kapsel oral; Flüssigextrakt (DER 1:0,9–1,1 oder 1:2, Ethanol 45%) 2–3x täglich 15–40 Tropfen; Tinktur (DER 1:3,5–4,5, Ethanol 35%) 3x täglich ca. 59 Tropfen; Frischpflanzenpresssaft 3x täglich 10 ml. Behandlungsdauer mindestens 6 Wochen; nach spätestens 6 Monaten ärztliche Kontrolle; Langzeitanwendung möglich.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslung ist mit der Schlehe (Prunus spinosa) möglich, die ebenfalls ein dorniger Strauch ist, deren Früchte jedoch blauschwarz statt rot gefärbt sind und bitter schmecken. Die beiden medizinisch genutzten Hauptarten Crataegus monogyna und Crataegus laevigata sind phytochemisch und therapeutisch als gleichwertig anzusehen.

Geschichte & Tradition

Weißdorn ist seit der Antike als Heil- und Nahrungspflanze bekannt; Früchte und Blüten wurden im Mittelalter sowohl in der Volksmedizin als auch als Lebensmittel genutzt. Die gezielte herzmedizinische Anwendung wurde im 19. Jahrhundert durch ärztliche Beobachtungen in Irland und Frankreich wissenschaftlich greifbar. Im 20. Jahrhundert avancierte Weißdorn zu einem der meistuntersuchten pflanzlichen Herztonika und fand Eingang in europäische Arzneibücher sowie die Kommission-E-Monographien.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Mai, Juni

Erntezeit: Mai, Juni, September, Oktober

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Weißdorn

© Elstro · CC BY 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Crataegi folium cum flore, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Bei bestehenden Herzerkrankungen nur unter ärztlicher Aufsicht. Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten (Digoxin) möglich. Wirkungseintritt nach 4–6 Wochen.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff. Schwangerschaft und Stillzeit. Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren (unzureichende Datenlage).

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbedenklich
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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