Luavera

Pflanzenprofil

Wilde Artischocke

Cynara cardunculusL.;syn. C. scolymusL.

Verdauungsstörungen, Völlegefühl, Blähungen, Gallenprobleme, Leberschutz, erhöhte Blutfettwerte


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verdauungsstörungen, Völlegefühl, Blähungen, Gallenprobleme, Leberschutz, erhöhte Blutfettwerte

VerdauungsbeschwerdenBlähungenLeber & GalleCholesterin

Inhaltsstoffe

Caffeoylchinasäure-Derivate (CynarinChlorogensäure)Sesquiterpenlactone (Cynaropicrin)Flavonoide (Luteolin-7-O-Glucosid)PhenolcarbonsäurenInulin

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapselTabletteStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Folium) – getrocknete Grundblätter von Cynara cardunculus L.

Erwachsene (oral): Tee aus geschnittenen getrockneten Blättern bis zu 3 g/Tag in 1–3 Tassen; pulverisierte Blätter 600–1500 mg/Tag in 2–4 Einzeldosen (Tagesdosis bis 1200 mg); Trockenextrakt (DER 4-6:1, Wasser) 400 mg 3× täglich als Tablette/Kapsel; Trockenextrakt (DER 2,5-3,5:1, Wasser) 200–400 mg 3× täglich; Trockenextrakt (DER 3,8-5,5:1, Wasser) 200 mg 3–4× täglich. Mehrere Zubereitungen auch für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Anwendungsdauer laut ungarischer Zulassung max. 2–3 Monate, danach mind. 1 Monat Pause.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im Freiland kann Cynara cardunculus mit anderen großwüchsigen Distelarten verwechselt werden, insbesondere mit der Mariendistel (Silybum marianum), die sich jedoch durch ihre charakteristisch weiß-geaderten Blätter deutlich unterscheidet. Weitere Verwechslungen mit Onopordum acanthium (Gewöhnliche Krebsdistel) sind möglich, da beide Arten ähnlich stark bedornte, graufilzige Blätter aufweisen.

Geschichte & Tradition

Die Artischocke wird seit der Antike als Heil- und Nutzpflanze geschätzt; bereits griechische und römische Autoren wie Dioskurides beschrieben ihre bei Verdauungsbeschwerden traditionell genutzten Eigenschaften. Im arabischen Mittelalter gelangte die Pflanze über den Mittelmeerraum nach Mitteleuropa, wo sie vorwiegend in Kloster- und Hausgärten kultiviert wurde. Die wilde Stammform Cynara cardunculus ist in Nordafrika und im westlichen Mittelmeerraum beheimatet und gilt als Ausgangspflanze der kultivierten Artischocke. In der wissenschaftlichen Literatur werden choleretische und hepatoprotektive Effekte beschrieben, deren Aufarbeitung schwerpunktmäßig im 20. Jahrhundert erfolgte.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juli, August, September

Erntezeit: April, Mai, Juni, Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Wilde Artischocke

© peganum from Henfield, England · CC BY-SA 2.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Cynarae folium, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Kontraindiziert bei Gallengangsverschluss. Mögliche Allergien bei Korbblütler-Sensibilität. Nicht bei bekannter Artischockenallergie.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

← Zurück zur Pflanzenübersicht