Pflanzenprofil
Wilde Artischocke
Verdauungsstörungen, Völlegefühl, Blähungen, Gallenprobleme, Leberschutz, erhöhte Blutfettwerte
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Verdauungsstörungen, Völlegefühl, Blähungen, Gallenprobleme, Leberschutz, erhöhte Blutfettwerte
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Folium) – getrocknete Grundblätter von Cynara cardunculus L.
Erwachsene (oral): Tee aus geschnittenen getrockneten Blättern bis zu 3 g/Tag in 1–3 Tassen; pulverisierte Blätter 600–1500 mg/Tag in 2–4 Einzeldosen (Tagesdosis bis 1200 mg); Trockenextrakt (DER 4-6:1, Wasser) 400 mg 3× täglich als Tablette/Kapsel; Trockenextrakt (DER 2,5-3,5:1, Wasser) 200–400 mg 3× täglich; Trockenextrakt (DER 3,8-5,5:1, Wasser) 200 mg 3–4× täglich. Mehrere Zubereitungen auch für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Anwendungsdauer laut ungarischer Zulassung max. 2–3 Monate, danach mind. 1 Monat Pause.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Im Freiland kann Cynara cardunculus mit anderen großwüchsigen Distelarten verwechselt werden, insbesondere mit der Mariendistel (Silybum marianum), die sich jedoch durch ihre charakteristisch weiß-geaderten Blätter deutlich unterscheidet. Weitere Verwechslungen mit Onopordum acanthium (Gewöhnliche Krebsdistel) sind möglich, da beide Arten ähnlich stark bedornte, graufilzige Blätter aufweisen.
Geschichte & Tradition
Die Artischocke wird seit der Antike als Heil- und Nutzpflanze geschätzt; bereits griechische und römische Autoren wie Dioskurides beschrieben ihre bei Verdauungsbeschwerden traditionell genutzten Eigenschaften. Im arabischen Mittelalter gelangte die Pflanze über den Mittelmeerraum nach Mitteleuropa, wo sie vorwiegend in Kloster- und Hausgärten kultiviert wurde. Die wilde Stammform Cynara cardunculus ist in Nordafrika und im westlichen Mittelmeerraum beheimatet und gilt als Ausgangspflanze der kultivierten Artischocke. In der wissenschaftlichen Literatur werden choleretische und hepatoprotektive Effekte beschrieben, deren Aufarbeitung schwerpunktmäßig im 20. Jahrhundert erfolgte.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Juli, August, September
Erntezeit: April, Mai, Juni, Juli, August
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© peganum from Henfield, England · CC BY-SA 2.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Cynarae folium, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Kontraindiziert bei Gallengangsverschluss. Mögliche Allergien bei Korbblütler-Sensibilität. Nicht bei bekannter Artischockenallergie.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.