Luavera

Pflanzenprofil

Seidelbast

Daphne mezereum

Thymelaeaceae

Der Seidelbast (Daphne mezereum) ist eine stark giftige Heilpflanze aus der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae), die in der Volksmedizin historisch bei Rheuma, Neuralgien und Hauterkrankungen eingesetzt wurde. Alle Pflanzenteile – besonders Beeren und Rinde – enthalten hochgiftige Diterpenoide (Mezerein, Daphnetoxin) und können bereits in kleinen Mengen schwere Vergiftungen verursachen. In der Homöopathie findet Daphne mezereum noch Anwendung, während eine Eigenanwendung in der Phytotherapie wegen des extremen Toxizitätsrisikos strikt abgelehnt wird.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Homöopathie; historisch: Rheuma, Neuralgien, Hauterkrankungen, Gicht – ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht

RheumaNeuralgienHauterkrankungenGichtSchmerzen

Inhaltsstoffe

MezereinDaphnetoxin (Diterpenoid-Ester)DaphninDaphnetin (Hydroxycumarine)Flavonoide (Genkwanin)

Zubereitungsformen

TinkturSalbe

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Die leuchtend roten Beeren können besonders von Kindern mit essbaren Früchten wie Johannisbeeren (Ribes spp.) verwechselt werden. Botanisch ähnlich ist der ebenfalls giftige Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola), der sich durch immergrüne Blätter und gelblich-grüne Blüten unterscheidet.

Geschichte & Tradition

Der Seidelbast war bereits im Mittelalter als Heilpflanze bekannt und wurde von Kräuterkundigen wie Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs im 16. Jahrhundert beschrieben. In der Volksmedizin Mitteleuropas fand er äußerlich Anwendung bei Rheumatismus, Neuralgien und hartnäckigen Hauterkrankungen, wobei die hautreizende Wirkung der Rinde therapeutisch genutzt wurde. Im 19. Jahrhundert setzte auch die wissenschaftliche Medizin die Pflanze als Counterirritans ein. Mit zunehmender Kenntnis der ausgeprägten Toxizität verschwand sie weitgehend aus der Phytotherapie und lebt heute vor allem in der klassischen Homöopathie fort.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Februar, März, April

Erntezeit: März, April

Pflanzenbild

Seidelbast

CC BY-SA 3.0

Sicherheitshinweise

Stark giftig! Alle Pflanzenteile toxisch, bes. Beeren u. Rinde. Niemals selbst anwenden. Für Kinder lebensgefährlich.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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