Luavera

Pflanzenprofil

Acker-Schachtelhalm

Equisetum arvense

Equisetaceae

Der Acker-Schachtelhalm wird traditionell als harntreibendes Mittel bei Harnwegsinfektionen und zur Durchspülungstherapie der ableitenden Harnwege eingesetzt. Sein hoher Gehalt an Kieselsäure (Silizium) macht ihn zu einem geschätzten Mittel zur Stärkung von Bindegewebe, Haaren, Nägeln und Knochen. Darüber hinaus wird er in der Volksmedizin bei Rheuma, schlecht heilenden Wunden und als blutstillendes Mittel verwendet.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Harnwege, Nieren, Durchspülungstherapie, Bindegewebe, Haare und Nägel, Knochen, Rheuma, Wundheilung

NierenRheumaBindegewebeHaare-nagelWundheilungKnochenEntwässerungHarnwege & Blase

Inhaltsstoffe

Kieselsäure (Siliziumdioxid)Flavonoide (KämpferolQuercetin-Derivate)Saponine (Equisetonin)PhenolcarbonsäurenSteroleBitterstoffe

Zubereitungsformen

AbkochungTeeTinkturKapselUmschlag

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischCYP3A4-Substrate (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus, Statine, Benzodiazepine)In-vitro-Induktion der CYP3A4-mRNA-Expression in HepG2-Zellen durch E. arvense-InfusionRein präklinischer Befund; klinische Relevanz unklar. Vorsicht bei engen therapeutischen Fenstern.
TheoretischAntioxidantien / Zytostatika (glutathionabhängige Mechanismen)Signifikante Reduktion des intrazellulären Glutathionspiegels in vitro (Ausnahmen: S. alba, S. cumini)Nur In-vitro-Daten; keine klinische Empfehlung ableitbar. Weitere Studien erforderlich.
SchwerwiegendEfavirenzUnbekannt; möglicherweise Beeinflussung der Resorption oder des Metabolismus; pharmakologische Daten fehlenKombination vermeiden; Ärzte informieren, falls Patient Schachtelhalm einnimmt
SchwerwiegendLamivudin / ZidovudinUnbekannt; mögliche Wechselwirkung mit Equisetum arvense führte zu veränderten WirkspiegelnKombination vermeiden; engmaschige Viruslastkontrollen bei gleichzeitiger Einnahme
SchwerwiegendEmtricitabin / TenofovirUnbekannt; mögliche Wechselwirkung mit Equisetum arvense führte zu veränderten WirkspiegelnKombination vermeiden; engmaschige Viruslastkontrollen bei gleichzeitiger Einnahme
TheoretischCYP450-SubstrateWässriger Extrakt von Eq.arv hemmte mäßig die Chemilumineszenz des mikrosomalen Cytochrom-P450-Systems in Rattenleber (in vitro).Rein theoretischer Befund aus in-vitro-Daten; keine klinische Handlungsempfehlung ableitbar.

Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslung mit dem giftigen Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre) ist möglich, der an feuchten Standorten wächst und aufgrund seines Alkaloidgehalts (Palustrin) toxisch ist. Weniger kritisch, aber botanisch relevant sind Ähnlichkeiten mit dem Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile), der keine nennenswerte medizinische Anwendung besitzt.

Geschichte & Tradition

Der Acker-Schachtelhalm gehört zu den stammesgeschichtlich ältesten Gefäßpflanzen und war bereits in der Antike bekannt; Dioskurides beschrieb ihn im ersten Jahrhundert n. Chr. als harntreibendes und blutstillendes Mittel. Im Mittelalter fand er Eingang in die Klostermedizin und wird Hildegard von Bingen zugeschrieben. In der neuzeitlichen Naturheilkunde, insbesondere bei Sebastian Kneipp, galt er als zentrales Mittel zur Stärkung von Bindegewebe und Harnwegen. Heute ist er als pflanzliches Arzneimittel zur Durchspülungstherapie der ableitenden Harnwege in der Deutschen Arzneibuch-Monographie erfasst.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: März, April

Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August

Pflanzenbild

Acker-Schachtelhalm

© MPF · CC BY-SA 3.0

Sicherheitshinweise

Nicht bei Ödemen durch Herz- oder Niereninsuffizienz. Verwechslungsgefahr mit giftigem Sumpf-Schachtelhalm (E. palustre). Nicht roh verzehren.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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