Pflanzenprofil
Acker-Schachtelhalm
Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, Durchspülungstherapie, Ödeme, Bindegewebsschwäche, Nierengries
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, Durchspülungstherapie, Ödeme, Bindegewebsschwäche, Nierengries
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Sterile oberirdische Teile (Kraut), ganz oder geschnitten, getrocknet
Erwachsene oral – Teeaufguss/-abkochung: ED 1–4 g, TD 3–12 g (Zubereitung als Infus oder 5–15 Min. Abkochung); Pulver (Kapseln/Tabletten): ED 500–570 mg, TD 1500–1710 mg; Trockenextrakt Wasser (DER 4–7:1): ED 370–540 mg, TD 1080–1110 mg; Trockenextrakt Ethanol 70 % (DER 7,5–10,5:1): ED 200–225 mg, TD 600–675 mg; Presssaft (DER 1:1,6–2,0): ED 10–20 ml, TD 30–60 ml. Äußerlich: Abkochung 10 g auf 1 l Wasser als Kompresse oder Spülung; Presssaft 40 ml auf 500 ml Wasser.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Die gefährlichste Verwechslung besteht mit dem Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre), der toxische Nikotin-Alkaloide (u. a. Palustrin) enthält und als giftig gilt. Beide Arten wachsen häufig an feuchten Standorten; der Sumpf-Schachtelhalm ist an seinen tiefer gefurchten, gleichmäßig quirlig verzweigten Ästen zu erkennen.
Geschichte & Tradition
Schachtelhalme zählen zu den stammesgeschichtlich ältesten Landpflanzen und wurden bereits in der Antike medizinisch genutzt. Dioskurides und Plinius beschrieben Equisetum-Arten als blutstillend und wundheilend. Im Mittelalter empfahl Hieronymus Bock den Acker-Schachtelhalm ausdrücklich bei Nieren- und Blasenleiden. Die harntreibende Wirkung und der hohe Kieselsäuregehalt machten die Pflanze in der Volksmedizin Mitteleuropas bis ins 20. Jahrhundert zu einem verbreiteten Mittel zur Bindegewebspflege.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: März, April, Mai
Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© MPF · CC BY-SA 3.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Equiseti herba, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht bei Herzerkrankungen oder Niereninsuffizienz anwenden. Verwechslungsgefahr mit giftigem Sumpfschachtelhalm. Thiaminase-Gehalt beachten.
Gegenanzeigen: Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen. Bei Verfälschung mit Equisetum palustre (enthält toxisches Palustrin) besteht Vergiftungsrisiko; ausschließlich qualitätskontrollierte Ware aus der Apotheke verwenden.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.