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Pflanzenprofil

Acker-Schachtelhalm

Equisetum arvenseL.

Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, Durchspülungstherapie, Ödeme, Bindegewebsschwäche, Nierengries


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, Durchspülungstherapie, Ödeme, Bindegewebsschwäche, Nierengries

Harnwege & BlaseBlaseNierenOedemeBindegewebe

Inhaltsstoffe

Kieselsäure (Siliziumdioxidca. 5–8 %)Flavonoide (IsoquercitrinKämpferol-3-sophorosidEquisetonin)KaffeesäurederivatePhytosteroleAlkaloid EquisetinGerbstoffe

Zubereitungsformen

TeeAbkochungTinkturKapselStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Sterile oberirdische Teile (Kraut), ganz oder geschnitten, getrocknet

Erwachsene oral – Teeaufguss/-abkochung: ED 1–4 g, TD 3–12 g (Zubereitung als Infus oder 5–15 Min. Abkochung); Pulver (Kapseln/Tabletten): ED 500–570 mg, TD 1500–1710 mg; Trockenextrakt Wasser (DER 4–7:1): ED 370–540 mg, TD 1080–1110 mg; Trockenextrakt Ethanol 70 % (DER 7,5–10,5:1): ED 200–225 mg, TD 600–675 mg; Presssaft (DER 1:1,6–2,0): ED 10–20 ml, TD 30–60 ml. Äußerlich: Abkochung 10 g auf 1 l Wasser als Kompresse oder Spülung; Presssaft 40 ml auf 500 ml Wasser.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Die gefährlichste Verwechslung besteht mit dem Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre), der toxische Nikotin-Alkaloide (u. a. Palustrin) enthält und als giftig gilt. Beide Arten wachsen häufig an feuchten Standorten; der Sumpf-Schachtelhalm ist an seinen tiefer gefurchten, gleichmäßig quirlig verzweigten Ästen zu erkennen.

Geschichte & Tradition

Schachtelhalme zählen zu den stammesgeschichtlich ältesten Landpflanzen und wurden bereits in der Antike medizinisch genutzt. Dioskurides und Plinius beschrieben Equisetum-Arten als blutstillend und wundheilend. Im Mittelalter empfahl Hieronymus Bock den Acker-Schachtelhalm ausdrücklich bei Nieren- und Blasenleiden. Die harntreibende Wirkung und der hohe Kieselsäuregehalt machten die Pflanze in der Volksmedizin Mitteleuropas bis ins 20. Jahrhundert zu einem verbreiteten Mittel zur Bindegewebspflege.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: März, April, Mai

Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Acker-Schachtelhalm

© MPF · CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Equiseti herba, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Herzerkrankungen oder Niereninsuffizienz anwenden. Verwechslungsgefahr mit giftigem Sumpfschachtelhalm. Thiaminase-Gehalt beachten.

Gegenanzeigen: Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen. Bei Verfälschung mit Equisetum palustre (enthält toxisches Palustrin) besteht Vergiftungsrisiko; ausschließlich qualitätskontrollierte Ware aus der Apotheke verwenden.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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