Pflanzenprofil
Pfaffenhütchen
Das Pfaffenhütchen ist ein heimischer Strauch, dessen Rinde und Samen in der Volksmedizin historisch als Abführmittel und zur Behandlung von Hautparasiten genutzt wurden. Aufgrund seines hohen Gehalts an Herzglykosiden und Alkaloiden ist die Pflanze in allen Teilen stark giftig und wird in der modernen Phytotherapie kaum noch eingesetzt. Eine medizinische Anwendung ist ohne fachkundige Aufsicht nicht vertretbar.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Historisch: Abführmittel, Fiebermittel, Behandlung von Hautparasiten, Läusebefall (ausschließlich unter fachkundiger Aufsicht)
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Im vegetativen Zustand vor der Fruchtreife kann das Pfaffenhütchen mit anderen einheimischen Sträuchern verwechselt werden; das Breitblättrige Pfaffenhütchen (Euonymus latifolius) ist morphologisch ähnlich und ebenfalls stark giftig. Im Herbst ermöglichen die charakteristischen vierflügeligen rosa-roten Kapselfrüchte mit leuchtend orangefarbenen Samenmänteln eine sichere Identifikation.
Geschichte & Tradition
Das Pfaffenhütchen ist seit dem Mittelalter als Arzneipflanze bekannt und wurde in der europäischen Volksmedizin vorrangig als starkes Abführmittel eingesetzt. Historisch verwendeten Apotheker und Bader Zubereitungen aus Rinde und Früchten zur äußerlichen Behandlung von Kopfläusen und Krätze. Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts beschrieben die Pflanze als wirksames, aber ausdrücklich gefährliches Mittel. Aufgrund ihrer ausgeprägten Toxizität wurde sie im 19. und 20. Jahrhundert in der medizinischen Praxis weitgehend durch verträglichere Heilpflanzen verdrängt.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: April, Mai, Juni
Erntezeit: September, Oktober
Pflanzenbild
© George Chernilevsky · CC BY 4.0
Sicherheitshinweise
STARK GIFTIG – alle Pflanzenteile, besonders Früchte und Samen; Vergiftungen möglich; für Kinder und Tiere lebensgefährlich; nicht selbst anwenden
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.