Luavera

Pflanzenprofil

Pfaffenhütchen

Euonymus europaeus

Celastraceae

Das Pfaffenhütchen ist ein heimischer Strauch, dessen Rinde und Samen in der Volksmedizin historisch als Abführmittel und zur Behandlung von Hautparasiten genutzt wurden. Aufgrund seines hohen Gehalts an Herzglykosiden und Alkaloiden ist die Pflanze in allen Teilen stark giftig und wird in der modernen Phytotherapie kaum noch eingesetzt. Eine medizinische Anwendung ist ohne fachkundige Aufsicht nicht vertretbar.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Historisch: Abführmittel, Fiebermittel, Behandlung von Hautparasiten, Läusebefall (ausschließlich unter fachkundiger Aufsicht)

VerdauungsbeschwerdenHautproblemeParasiten

Inhaltsstoffe

Sesquiterpen-Pyridin-Alkaloide (u. a. EvoninEvoninol)Herzglykoside (Cardenolide)Triterpen-Saponinefettes Öl in den Samen

Zubereitungsformen

TinkturSalbePulver

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im vegetativen Zustand vor der Fruchtreife kann das Pfaffenhütchen mit anderen einheimischen Sträuchern verwechselt werden; das Breitblättrige Pfaffenhütchen (Euonymus latifolius) ist morphologisch ähnlich und ebenfalls stark giftig. Im Herbst ermöglichen die charakteristischen vierflügeligen rosa-roten Kapselfrüchte mit leuchtend orangefarbenen Samenmänteln eine sichere Identifikation.

Geschichte & Tradition

Das Pfaffenhütchen ist seit dem Mittelalter als Arzneipflanze bekannt und wurde in der europäischen Volksmedizin vorrangig als starkes Abführmittel eingesetzt. Historisch verwendeten Apotheker und Bader Zubereitungen aus Rinde und Früchten zur äußerlichen Behandlung von Kopfläusen und Krätze. Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts beschrieben die Pflanze als wirksames, aber ausdrücklich gefährliches Mittel. Aufgrund ihrer ausgeprägten Toxizität wurde sie im 19. und 20. Jahrhundert in der medizinischen Praxis weitgehend durch verträglichere Heilpflanzen verdrängt.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: April, Mai, Juni

Erntezeit: September, Oktober

Pflanzenbild

Pfaffenhütchen

© George Chernilevsky · CC BY 4.0

Sicherheitshinweise

STARK GIFTIG – alle Pflanzenteile, besonders Früchte und Samen; Vergiftungen möglich; für Kinder und Tiere lebensgefährlich; nicht selbst anwenden

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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