Luavera

Pflanzenprofil

Euphrasia officinalis

Euphrasia officinalisL.;Euphrasia rostkoviana Hayne

Augenbeschwerden, Bindehautentzündung, Augenmüdigkeit, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Katarrh der Atemwege


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Augenbeschwerden, Bindehautentzündung, Augenmüdigkeit, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Katarrh der Atemwege

AugenBindehautentzündungAugenmudigkeitSchnupfenErkaltungNasennebenhohlen

Inhaltsstoffe

Iridoidglykoside (AucubinCatalpol)GerbstoffeFlavonoide (LuteolinQuercetinApigenin)Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure-Derivate)Lignane

Zubereitungsformen

AufgussUmschlagTinkturStandardisierter ExtraktTee

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (oberirdische Teile, zur Blütezeit gesammelt, getrocknet)

Äußerliche Augenanwendung: Teeinfusion 2–3% (w/v) in Wasser, als Augenspülung oder Kompresse mehrmals täglich. Orale Anwendung: 1 Teelöffel getrocknetes Kraut in 0,5 l kochendem Wasser als Infusion; Tinktur 1:5 (Ethanol 45% V/V) 50 Tropfen 3–5× täglich. Nasenointment (Euphrasia-Tinktur 20%): 3× täglich 1 Anwendung pro Nasenloch. Homöopathische Augentropfen (D3): 1 Tropfen 1–3× täglich über 14 Tage.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind am ehesten mit anderen halbparasitischen Wiesenpflanzen der Familie Orobanchaceae möglich, etwa mit Wachtelweizen-Arten (Melampyrum spp.) oder Klappertopf (Rhinanthus spp.). Die charakteristischen weißen Blüten mit gelbem Fleck und lilafarbenen Streifen machen eine Verwechslung bei sorgfältiger Betrachtung jedoch unwahrscheinlich.

Geschichte & Tradition

Augentrost wird seit dem Mittelalter in der europäischen Volksmedizin genutzt, wobei der deutsche Name bereits auf die traditionelle Hauptanwendung bei Augenbeschwerden verweist. Die erste ausführliche Beschreibung stammt aus dem 14. Jahrhundert; Matthaeus Silvaticus und spätere Kräuterbuchautoren des 16. Jahrhunderts wie Leonhart Fuchs und Hieronymus Bock überlieferten ihre Anwendung. Die Signaturenlehre deutete die gefleckten, geäderten Blüten als Hinweis auf das menschliche Auge und begründete so die volksmedizinische Nutzung bei Konjunktivitis und Augenmüdigkeit. Im 19. und 20. Jahrhundert fand Euphrasia auch Eingang in die Homöopathie sowie in standardisierte Phytopharmaka.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Juni, Juli, August, September

Erntezeit: Juli, August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Euphrasia officinalis

CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Euphrasiae herba, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Augentropfen nur steril anwenden; bei anhaltenden Augenbeschwerden Arzt aufsuchen; Überempfindlichkeit gegenüber Scrophulariaceae möglich.

Gegenanzeigen: Keine expliziten Gegenanzeigen im Dokument genannt. Das Assessment empfiehlt jedoch aufgrund mangelnder Qualitäts- und Sicherheitsstandards, ex-tempore-Zubereitungen zur Augenanwendung nicht zu verwenden.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

← Zurück zur Pflanzenübersicht