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Pflanzenprofil

Wald-Erdbeere

Fragaria vesca

Rosaceae

Die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) wird in der Volksmedizin traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Durchfall und Entzündungen der Mundschleimhaut eingesetzt. Blätter und Früchte enthalten Gerbstoffe, Flavonoide und Vitamin C mit adstringierenden Eigenschaften. Blättertees werden traditionell als mild harntreibend beschrieben und als äußerliche Anwendung bei Hautproblemen genutzt.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Mundschleimhautentzündung, Hautentzündungen, Harnwegsinfektionen

VerdauungsbeschwerdenDurchfallHautproblemeEntzündungHarnwege & BlaseMundgesundheit

Inhaltsstoffe

EllagitannineFlavonoide (QuercetinKämpferol)Vitamin C (Ascorbinsäure)EllagsäureFruchtsäurenSalicylsäure

Zubereitungsformen

TeeAbkochungTinkturUmschlag

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Folium), getrocknet und zerkleinert; von Fragaria vesca L., F. moschata Weston, F. viridis Weston und F. x ananassa oder Mischungen dieser Arten

Zubereitung ausschließlich als Kräutertee (Aufguss oder Abkochung) zum oralen Gebrauch. Historisch belegte Dosierungen: (1) 1 EL Blätter auf 1 Tasse Wasser, 2 Tassen täglich (Kosch 1939); (2) 1 EL auf 200 ml Wasser als Abkochung, davon 50 ml 2–4x täglich (Bobowska et al. 1977); (3) 1–2 EL auf 1–2 Gläser Wasser als Abkochung, 2–3x täglich (Ożarowski et al. 1978); (4) 250 ml kochendes Wasser über 2 EL zerkleinerte Blätter, 10 min ziehen lassen, abseihen, 3 Tassen täglich (Podlech 1997); (5) Standarddosis 1,0 g auf 1 Tasse Aufguss, mehrmals täglich (Haffner et al. 2016). Für Kinder bei Durchfall: Aufguss 4 g in 150 ml Wasser. Topisch (Mundschleimhaut): Abkochung 5 g auf 100 ml Wasser als Gurgellösung, mehrmals täglich.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Die Wald-Erdbeere kann mit dem Erdbeer-Fingerkraut (Potentilla sterilis) verwechselt werden, das ähnlich geformte Blätter besitzt, jedoch deutlich kleinere Blüten mit gestutzten Kronblättern und keine essbaren Früchte trägt. Ebenfalls möglich ist eine Verwechslung mit der Scheinerdbeere (Potentilla indica, syn. Duchesnea indica), die rote, geschmacklose Früchte sowie gelbe statt weiße Blüten aufweist.

Geschichte & Tradition

Die Wald-Erdbeere war bereits in der Antike als Heil- und Nahrungspflanze bekannt und findet sich in griechischen und römischen Quellen. Kräuterbuchautoren des 16. Jahrhunderts wie Hieronymus Bock und Pietro Andrea Mattioli beschrieben die medizinische Nutzung der Blätter bei Magen-Darm-Beschwerden sowie der Früchte als erfrischendes Mittel. In der europäischen Volksmedizin wurden Blättertees über Jahrhunderte gegen Durchfall, Nierenbeschwerden und zur äußerlichen Wundbehandlung eingesetzt. Die Pflanze war in älteren Pharmakopöen verschiedener europäischer Länder gelistet.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: April, Mai, Juni

Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Wald-Erdbeere

Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Fragariae folium, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Bei Erdbeer-Allergie meiden. Früchte können Histaminreaktionen auslösen. Nicht während der Schwangerschaft in großen Mengen anwenden.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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