Luavera

Pflanzenprofil

Echtes Süßholz

Glycyrrhiza glabra L.; Gycyrrhiza inflata Bat.; Glycyrrhiza uralensis

Fabaceae

Husten, Erkältung, Bronchitis, Gastritis, Magengeschwür, Magen-Darm-Beschwerden


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Husten, Erkältung, Bronchitis, Gastritis, Magen-Darm-Beschwerden

Husten & BronchitisErkältung & GrippeVerdauungsbeschwerdenMagenproblemeBronchitis

Inhaltsstoffe

Glycyrrhizin (Triterpen-Saponin)Flavonoide (LiquiritinIsoliquiritinGlabridin)GlabreneCumarinePolysaccharideStärke

Zubereitungsformen

TeeAbkochungTinkturSirupStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel und Ausläufer (getrocknet, ungeschält oder geschält, ganz oder geschnitten)

Erwachsene, oral. Zerkleinertes Kraut als Aufguss/Abkochung: Als Expektorans 1,5 g in 150 ml kochendem Wasser 2x täglich; bei Verdauungsbeschwerden 1,5–2 g in 150 ml 2–4x täglich. Weichextrakt (DER 1:0,4–0,5, Extraktionsmittel Wasser): 32 mg 2–3x täglich, max. 160 mg/Tag oral. Weichextrakt (DER 3:1, Extraktionsmittel Wasser): 1,2–1,5 g 3–4x täglich oral. Trockenextrakt (DER 3–4:1, Extraktionsmittel Wasser): 120 mg bis zu 5x täglich oral. Anwendungsdauer: ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4–6 Wochen. Nicht für Kinder unter 4 Jahren.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischThrombozytenaggregationshemmer (P2Y12-Inhibitoren, z.B. Clopidogrel, Ticagrelor)Liquiritigenin hemmt P2Y12R-vermittelte Src/PLCγ2-Signalwege und Ca²⁺-Mobilisierung – additiver Effekt mit P2Y12-Antagonisten möglich.Bei gleichzeitiger Einnahme von P2Y12-Inhibitoren Vorsicht geboten; klinische Daten fehlen bisher.
TheoretischAntikoagulanzien (z.B. Warfarin, DOAK)Additive Hemmung der Thrombusbildung durch antithrombozytäre Wirkung des Liquiritigenins.Kombination ohne klinische Überwachung nicht empfehlenswert; klinische Evidenz steht aus.
TheoretischThrombozytenaggregationshemmer (P2Y12-Inhibitoren)Liquiritigenin hemmt P2Y12R-vermittelte Src/PLCγ2-Signalkaskade – gleicher Angriffspunkt wie Clopidogrel, Ticagrelor, PrasugrelReine In-vitro-/Tiermodell-Daten; keine klinischen Belege. Bei Antikoagulanzien/Thrombozytenhemmern Vorsicht, bis Humandaten vorliegen.
TheoretischTobramycinSaponine aus Glycyrrhiza glabra erhöhen Membranfluidität und verringern Kompressionmodul bakterieller LipidmembranenRein experimentelle In-vitro-Daten; keine klinische Anwendungsempfehlung ableitbar

Verwechslungsgefahr

Im Freiland kann Glycyrrhiza glabra mit dem heimischen Stacheligen Süßholz (Glycyrrhiza echinata) verwechselt werden, das deutlich geringere Mengen an Glycyrrhizin enthält und damit therapeutisch weniger wirksam ist. Zudem sind oberirdisch entfernte Ähnlichkeiten mit anderen Schmetterlingsblütlern (Fabaceae) möglich, die sich jedoch durch den fehlenden charakteristisch süßlichen Geschmack der Wurzel klar unterscheiden lassen.

Geschichte & Tradition

Das Echte Süßholz gehört zu den ältesten dokumentierten Heilpflanzen der Welt. Bereits in altägyptischen Papyri und babylonischen Keilschrifttexten wird die süße Wurzel als Heilmittel erwähnt. In der traditionellen chinesischen Medizin (bekannt als Gancao) ist sie seit über 2000 Jahren ein zentraler Bestandteil zahlreicher Rezepturen. Der griechische Arzt Dioskurides beschrieb ihre hustenreizlindernden und schleimhautschützenden Eigenschaften, und im europäischen Mittelalter wurde die Pflanze in Klostergärten kultiviert und als Arzneipflanze gepflegt.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli, August

Erntezeit: März, April, Oktober, November

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Echtes Süßholz

Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Liquiritiae radix, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht länger als 4–6 Wochen anwenden; kontraindiziert bei Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Hypokaliämie und Schwangerschaft.

Gegenanzeigen: Explizit im Dokument genannt: Nicht für Kinder unter 4 Jahren. Anwendungsdauer maximal 4–6 Wochen ohne ärztlichen Rat. Der Abschnitt zu formalen Kontraindikationen (Abschnitt 5) ist im vorliegenden Auszug nicht enthalten; weitere Kontraindikationen (z. B. Hypertonie, Hypokaliämie, Schwangerschaft) sind daher aus diesem Auszug nicht extrahierbar.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckVorsicht
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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