Pflanzenprofil
Gemeiner Efeu
Husten, Bronchitis, Katarrhe der Atemwege, Erkältung, schleimhautreizende Atemwegserkrankungen
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Husten, Bronchitis, Katarrhe der Atemwege, Erkältung, schleimhautreizende Atemwegserkrankungen
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Folium), getrocknet, ganz oder geschnitten, gesammelt im Frühling
Fünf verschiedene Zubereitungsformen für orale Anwendung (flüssig oder fest): a) Trockenextrakt DER 4-8:1, Ethanol 24-30%; b) Trockenextrakt DER 6-7:1, Ethanol 40%; c) Trockenextrakt DER 3-6:1, Ethanol 60%; d) Flüssigextrakt DER 1:1, Ethanol 70%; e) Weichextrakt DER 2,2-2,9:1, Ethanol 50%/Propylenglykol. Repräsentative Tagesdosen (Trockenextrakt): Erwachsene/Jugendliche ca. 33–105 mg in 2–3 Einzelgaben; Kinder 6–12 Jahre ca. 33–70 mg täglich; Kinder 2–5 Jahre ca. 17–35 mg täglich. Darreichungsformen: Sirup, Tropfen, Brausetabletten, Filmtabletten, Kapseln, Lutschtabletten, Beutel. Behandlungsdauer: überwiegend ca. 1 Woche; bei anhaltenden Symptomen nach 4–7 Tagen ärztliche Konsultation empfohlen.
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Theoretisch | CYP1A2-Substrate | α-Hederin & Hederacoside C senken CYP1A2-Aktivität im Mausmodell (als proinflammatorische Kraft gewertet) | Nur Tierdaten; klinische Relevanz unklar. Bei CYP1A2-abhängigen Arzneimitteln Vorsicht bis Humandaten vorliegen. |
| Theoretisch | Acetaminophen (Paracetamol) | Hedera-helix-Extrakt reduziert oxidativen Stress und normalisiert Leberenzyme (ALT, AST, ALP) im Mausmodell nach Paracetamol-induzierter Hepatotoxizität. | Rein experimentelle Daten (Mausmodell); keine klinische Übertragbarkeit belegt. Keine therapeutische Empfehlung ableitbar. |
| Theoretisch | CYP2C8-Substrate (z.B. Repaglinid, Paclitaxel, Rosiglitazon) | Zeitabhängige (irreversible) Hemmung von CYP2C8 in vitro; IC50 0,08 mg/mL, IC50-Shift-Faktor 2,77 | Kombination mit engen therapeutischen CYP2C8-Substraten vermeiden; klinische Daten fehlen noch |
| Theoretisch | CYP2C19-Substrate (z.B. Clopidogrel, Omeprazol, Escitalopram, Diazepam) | Zeitabhängige (irreversible) Hemmung von CYP2C19 in vitro; IC50 0,58 mg/mL, IC50-Shift-Faktor 6,31 | Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung; insbesondere bei Clopidogrel (Prodrug-Aktivierung) relevant |
| Theoretisch | CYP2D6-Substrate (z.B. Codein, Tramadol, trizyklische Antidepressiva, Beta-Blocker) | Konzentrationsabhängige Hemmung von CYP2D6 in vitro; IC50 6,72 mg/mL (schwächer als CYP2C8/2C19) | Klinische Bedeutung gering eingeschätzt; reine In-vitro-Daten, Monitoring bei Risikosubstraten |
| Theoretisch | Doxorubicin | INPs bilden pH-responsive Nanokonjugate mit Doxorubicin via elektrostatische/hydrophobe Wechselwirkungen; Einschlussrate ~78%. | Ausschließlich präklinische Daten (in vitro + Tiermodell); keine klinische Relevanz belegt. Keine Handlungsempfehlung ableitbar. |
Verwechslungsgefahr
Die charakteristisch gelappten Blätter des Efeus sind vergleichsweise unverwechselbar; eine Verwechslung der dunklen Beeren durch Laien mit essbaren Früchten – etwa mit Holunderbeeren (Sambucus nigra) – ist jedoch möglich und birgt Vergiftungsgefahr, da alle Pflanzenteile des Efeus außer den medizinisch genutzten Blättern als giftig gelten.
Geschichte & Tradition
Der Gemeine Efeu war bereits im antiken Griechenland und Rom als Heil- und Symbolpflanze bekannt; Hippokrates und Dioskurides beschrieben seine therapeutische Verwendung gegen Husten, Leber- und Milzleiden. Im mittelalterlichen Europa galt er als vielseitige Wundpflanze bei Bronchialleiden, Hautkrankheiten und rheumatischen Beschwerden. Die wissenschaftliche Aufklärung der schleimlösenden Saponinwirkung erfolgte im 20. Jahrhundert und führte zur Entwicklung standardisierter Efeublatt-Zubereitungen. Heute zählen entsprechende Extrakte zu den meistverwendeten pflanzlichen Arzneimitteln bei obstruktiven Atemwegserkrankungen im deutschsprachigen Raum.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: September, Oktober, November
Erntezeit: März, April, Mai, September, Oktober, November
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© kallerna · CC BY-SA 4.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Hederae helicis folium, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Beeren stark giftig; Kontaktdermatitis möglich; nicht für Kinder unter 2 Jahren; bei Atemnot oder Fieber Arzt aufsuchen
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.