Pflanzenprofil
Kahles Bruchkraut
Harnwegsinfektionen, Blasenentzündung, Nierengrieß, Harnsteine, Reizblase, Harnwegsbeschwerden
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Harnwegsinfektionen, Blasenentzündung, Nierengrieß, Harnsteine, Reizblase, Harnwegsbeschwerden
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Getrocknetes, blühendes Kraut (oberirdische Teile)
Erwachsene und ältere Personen: Einzeldosis 1,5–3 g; maximale Tagesdosis 10 g; 3–5-mal täglich als Aufguss (Infusion) oder Abkochung (Dekokt); Anwendungsdauer maximal 2 Wochen
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Die drei eng verwandten Arten Herniaria glabra, H. hirsuta und H. incana sind vegetativ kaum zu unterscheiden und werden in der Heilkräuterliteratur häufig synonym gehandelt. Im Freiland kann das Bruchkraut bei flüchtiger Betrachtung mit anderen niederliegenden Kleinkräutern der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) verwechselt werden, die keine entsprechenden Inhaltsstoffe aufweisen.
Geschichte & Tradition
Das Bruchkraut war bereits im Mittelalter als Heilmittel bekannt und wurde – dem volkstümlichen Namen entsprechend – ursprünglich gegen Hernien (Leistenbrüche) eingesetzt. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert beschrieben europäische Kräuterbücher seine harntreibenden Eigenschaften. In der volksmedizinischen Überlieferung Mitteleuropas fand die Pflanze traditionell Verwendung bei Blasen- und Nierenleiden sowie zur Förderung des Harnabflusses. Heute steht vor allem die Anwendung bei Harnwegsinfektionen und Harnstein-Erkrankungen im Vordergrund.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Erntezeit: Juni, Juli, August, September
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Michael Becker · CC BY-SA 3.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Herniariae herba, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Nicht bei Nierenerkrankungen mit eingeschränkter Nierenfunktion. Nicht in Schwangerschaft.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff; Zustände, bei denen eine eingeschränkte Flüssigkeitsaufnahme empfohlen wird (z. B. schwere Herz- oder Niereninsuffizienz)
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Meiden |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Vorsicht |
| Nierenerkrankung | Meiden |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.
