Pflanzenprofil
Hieracium pilosella
Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, Nierenbeschwerden, Atemwegserkrankungen, harntreibend
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, Nierenbeschwerden, Atemwegserkrankungen, harntreibend
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Kraut mit Wurzel (herba cum radice)
Pulverisiertes Kraut in fester Darreichungsform (Kapseln): 520 mg 2x täglich (Frankreich, 1986); 280 mg 2x täglich (Spanien, 1987); 600–800 mg täglich, bis zu 1200 mg täglich (Spanien, 1992). Aufguss (Tee): 2–4 g getrocknetes Kraut in Wasser, 3x täglich. Alle Anwendungen oral.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Hieracium pilosella kann mit anderen Arten der artenreichen Gattung Hieracium (Habichtskräuter) verwechselt werden, insbesondere mit Hieracium lactucella (Geöhrtes Habichtskraut) oder Pilosella-Hybridformen, die sich morphologisch nur durch Spezialisten sicher bestimmen lassen. Innerhalb der Gattung sind die medizinisch relevanten Arten von den zahlreichen unbeschriebenen Kleinarten schwer abzugrenzen.
Geschichte & Tradition
Das Mausohrhabichtskraut wurde bereits im 16. Jahrhundert von Matthioli und anderen Kräuterbuchautoren als harntreibendes und schleimlösendes Mittel beschrieben. In der europäischen Volksmedizin fand es breite Anwendung bei Harnwegsinfekten, Wassersucht und Bronchialkatarrh. Der Arzt und Botaniker Tabernaemontanus empfahl es im 17. Jahrhundert ausdrücklich gegen Nieren- und Blasenleiden. Im 19. Jahrhundert gelangte die Pflanze durch die Homöopathie sowie die Kräuterheilkunde im frankofonen Raum zu erneuter Aufmerksamkeit.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September
Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
CC BY-SA 3.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Pilosellae herba cum radice, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht in der Schwangerschaft anwenden. Bei anhaltenden Harnwegsbeschwerden ärztlichen Rat einholen.
Gegenanzeigen: Keine expliziten Gegenanzeigen im Assessment genannt. Das Assessment empfiehlt jedoch, das Präparat nicht bei Patienten anzuwenden, bei denen eine reduzierte Flüssigkeitszufuhr angezeigt ist.
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Meiden |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Vorsicht |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.