Pflanzenprofil
Sadebaum
Der Sadebaum ist eine stark giftige Wacholderart aus der Familie der Zypressengewächse, die in der Volksmedizin historisch als Abtreibungsmittel und zur äußerlichen Behandlung von Hauterkrankungen genutzt wurde. Die enthaltenen Wirkstoffe, insbesondere Sabinol und Sabinen aus dem ätherischen Öl, sind hochgradig toxisch und können bereits in kleinen Mengen zu schweren Vergiftungen mit tödlichem Ausgang führen. In der modernen Medizin findet der Sadebaum aufgrund seiner ausgeprägten Giftigkeit keine therapeutische Anwendung mehr.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Historisch: Menstruationsregulierung, Hauterkrankungen, Warzen; alle Anwendungen heute obsolet und gefährlich
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Der Sadebaum kann mit dem Gemeinen Wacholder (Juniperus communis) verwechselt werden, dessen Früchte als Gewürz und in der Volksmedizin genutzt werden und deutlich weniger toxisch sind. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Blattform: Ausgewachsene Triebe des Sadebaums tragen schuppenförmige, kreuzgegenständige Blätter, während der Gemeine Wacholder nadelförmige, in Quirlen angeordnete Blätter besitzt.
Geschichte & Tradition
Der Sadebaum ist seit der Antike als Heilpflanze mit starker, aber gefährlicher Wirkung bekannt und wurde unter anderem von Dioskurides beschrieben. In der mittelalterlichen Volksmedizin Europas fand er vor allem als Abtreibungsmittel sowie zur äußerlichen Behandlung von Warzen, Räude und anderen Hauterkrankungen Verwendung. Kräuterbücher des 16. und 17. Jahrhunderts, darunter jene von Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs, dokumentieren diese Anwendungen, warnen jedoch zugleich vor der Giftigkeit. Mit zunehmender Dokumentation schwerer Vergiftungsfälle wurde die Verwendung schrittweise eingeschränkt und ist heute medizinisch obsolet.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: März, April
Erntezeit: März, April, Mai
Pflanzenbild
© MPF · CC BY 2.5
Sicherheitshinweise
STARK GIFTIG: Alle Pflanzenteile lebensgefährlich! Innerliche Einnahme kann tödlich sein. In der Schwangerschaft absolut kontraindiziert.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.