Pflanzenprofil
Liebstöckel
Harnwegsinfekte, Durchspülungstherapie der Harnwege, Nierengrieß, Blasenbeschwerden, Verdauungsstörungen
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Harnwegsinfekte, Durchspülungstherapie der Harnwege, Nierengrieß, Blasenbeschwerden, Verdauungsstörungen
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Radix)
Getrocknete, zerkleinerte Wurzel als Teeaufguss oder Abkochung; Tagesdosis 4–8 g Droge. Einzeldosis ca. 1,5–2 g in 150 ml heißem Wasser, 10–15 Minuten ziehen lassen, mehrmals täglich zwischen den Mahlzeiten trinken. Alternativ Flüssigextrakt 1:1 in 45% Ethanol, 1–3 ml bis zu 3-mal täglich. Für die Durchspülungstherapie ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 2 l/Tag) erforderlich.
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Theoretisch | Ciprofloxacin | Levisticum-Extrakt hemmt AcrAB-TolC-Effluxpumpe gramnegativer Bakterien; Kombination mehrerer Inhaltsstoffe (Falcarindiol, Ölsäure, Linolsäure) erforderlich | Rein experimenteller In-vitro-Befund; keine klinische Relevanz belegt; keine Handlungsempfehlung ableitbar |
| Theoretisch | Antibiotika gegen Enterobacteriaceae / Pseudomonas aeruginosa | Effluxhemmung durch pflanzliche Extrakte potenziert Antibiotikawirkung nur als Gemisch, nicht als Reinsubstanz | Ausschließlich In-vitro-Daten; keine klinische Anwendungsempfehlung möglich |
Verwechslungsgefahr
Als Doldenblütler kann Liebstöckel mit dem stark giftigen Gefleckten Schierling (Conium maculatum) oder dem Wasserschierling (Cicuta virosa) verwechselt werden. Der unverwechselbar würzig-aromatische, an Maggi erinnernde Geruch der zerriebenen Blätter und Wurzeln ist ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal.
Geschichte & Tradition
Liebstöckel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen Europas und war bereits in der Antike als Arznei- und Gewürzpflanze bekannt. Im Mittelalter gehörte sie zum festen Bestand der Klostergärten und wird u. a. in den Schriften Hildegards von Bingen erwähnt. Volkstümlich galt die Wurzel als bewährtes Mittel bei Harnwegs- und Nierenleiden sowie zur Förderung der Verdauung. Im deutschsprachigen Raum ist die Pflanze bis heute vor allem als Küchenkraut mit charakteristisch würzigem Aroma bekannt.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Juni, Juli, August
Erntezeit: April, Mai, September, Oktober
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Levistici radix, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht bei Nierenerkrankungen oder Ödemen anwenden. Kontraindiziert in der Schwangerschaft. Phototoxizität möglich.
Gegenanzeigen: Schwangerschaft; akute Entzündung des Nierenparenchyms oder eingeschränkte Nierenfunktion; Ödeme infolge eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion; Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe. Bei Langzeitanwendung intensive Sonneneinstrahlung und UV-Licht meiden (Photosensibilisierung durch Furocumarine).
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Vorsicht |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.