Pflanzenprofil
Steinklee
Steinklee (Melilotus officinalis) wird traditionell bei chronisch venöser Insuffizienz, Krampfadern und Lymphödemen eingesetzt. Die Pflanze enthält Cumarin-Verbindungen, die die Kapillardurchlässigkeit senken und den Lymphabfluss fördern. Die Kommission E hat Steinklee zur unterstützenden Behandlung von Thrombophlebitis, Hämorrhoiden und postthrombotischen Zuständen positiv bewertet.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Venöse Insuffizienz, Krampfadern, Lymphödem, Hämorrhoiden, Thrombophlebitis, Prellungen, Schwere Beine
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (oberirdische Teile, getrocknet; blühende Sprosse)
Oral (Erwachsene & ältere Patienten): Teeaufguss 0,25–1 g (½ bis 1½ Teelöffel) auf 200 ml kochendes Wasser, 3× täglich. Historisch auch 1–2 Teelöffel (1,6–3,2 g) als Einzeldosis, 2–3× täglich. Kapseln (Pulver): 250 mg, 3× täglich 1 Kapsel. Topisch (Kompressen): 2–4 g auf 150 ml warmes Wasser, 10 min kochen, als warme Umschläge 4× täglich. Kutanes Pflaster (Emplastrum Meliloti): 1 Pflaster à 10 g (enthält 3 g Flüssigextrakt), 1× täglich auf betroffene Haut.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Eine Verwechslung mit dem Weißen Steinklee (Melilotus albus) ist häufig; beide Arten sind einander sehr ähnlich und enthalten vergleichbare Inhaltsstoffe, sodass die Verwechslung in der Praxis meist folgenlos bleibt. Seltener kann eine Ähnlichkeit mit anderen gelb blühenden Schmetterlingsblütlern wie dem Hornklee (Lotus corniculatus) auftreten, der sich jedoch durch deutlich kürzere Wuchshöhe und unterschiedliche Blattform unterscheidet.
Geschichte & Tradition
Steinklee war bereits in der antiken Heilkunde bekannt und wurde im Mittelalter von Hildegard von Bingen und anderen Kräuterkundigen bei Wunden und Schwellungen eingesetzt. In der europäischen Volksmedizin fand die Pflanze breite Verwendung gegen Venenbeschwerden und als äußerliches Mittel bei Geschwülsten. Eine besondere wissenschaftshistorische Bedeutung erlangte Steinklee im 20. Jahrhundert, als aus verpilztem Erntegut das gerinnungshemmende Dicumarol isoliert wurde, das zur Entwicklung synthetischer Antikoagulanzien führte.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Erntezeit: Juni, Juli, August, September
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Ivar Leidus · CC BY-SA 4.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Meliloti herba, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Cumarin-Gehalt: nicht bei Gerinnungsstörungen; Wechselwirkungen mit Blutverdünnern möglich; verschimmeltes Pflanzenmaterial meiden (Dicumarol-Bildung).
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Präparats. Anwendung in Geschwüren (Ulzera) wird vom HMPC nicht empfohlen, da diese ärztliche Aufsicht erfordern können.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Vorsicht |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.