Luavera

Pflanzenprofil

Hauhechel

Ononis spinosa L.

Fabaceae

Die Dornige Hauhechel wird traditionell als harntreibendes Heilkraut eingesetzt und ist besonders für die Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten und Nierengrieß bekannt. Die getrocknete Wurzel (Ononidis radix) enthält Flavonoide, Isoflavonoide und ätherische Öle. In der Volksmedizin wurde sie zudem bei Gicht und rheumatischen Beschwerden verwendet.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Harnwegsinfektionen, Durchspülungstherapie, Nierengrieß, Ödeme, Gicht, Rheuma

Harnwege & BlaseNierenBlaseGichtRheumaEntwässerung

Inhaltsstoffe

Isoflavonoide (OnoninFormononetin)Flavonoideätherisches Öl (mit trans-Anethol)Triterpene (α-Onocerin)Gerbstoffe

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapselStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (getrocknete, ganze oder geschnittene Wurzel von Ononis spinosa L.)

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: 2–3 g zerkleinerter Droge in 150 ml kochendem Wasser als Teeaufguss (20–30 Min. ziehen lassen, dann abseihen), bis zu 3–4-mal täglich; maximale Tagesdosis 12 g. Anwendungsdauer: Bei anhaltenden Beschwerden über 1 Woche Arzt aufsuchen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 2 l/Tag) empfohlen. Darreichungsform: ausschließlich Kräutertee (Aufguss) als Monopräparat.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind vor allem mit der Kriechenden Hauhechel (Ononis repens) möglich, die ebenfalls medizinisch genutzt wird und sich durch weitgehend fehlende Dornen sowie kriechenden Wuchs von Ononis spinosa unterscheidet. Im vegetativen Stadium können auch andere dornige Fabaceae ähneln, doch der charakteristische harzige Geruch der zerriebenen Blätter erleichtert die Bestimmung.

Geschichte & Tradition

Die Dornige Hauhechel war bereits in der Antike als Heilpflanze bekannt; Dioskurides beschrieb ihre harntreibende Wirkung. Im Mittelalter fand sie Eingang in zahlreiche Kräuterbücher Europas. Als offizinelle Droge war Ononidis radix in verschiedenen deutschen und europäischen Pharmakopöen des 18. und 19. Jahrhunderts gelistet. Traditionell wurde sie neben der Durchspülungstherapie auch bei Gicht und rheumatischen Beschwerden eingesetzt.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Juni, Juli, August, September

Erntezeit: März, April, Oktober, November

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Hauhechel

© Stemonitis at English Wikipedia · CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Ononidis radix, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Ödemen durch Herz- oder Niereninsuffizienz. Ausreichend Flüssigkeit trinken. In der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Gegenanzeigen: Ödeme infolge eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion. Anwendung bei Austrocknung (Dehydratation) ebenfalls nicht angezeigt.

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungMeiden
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

← Zurück zur Pflanzenübersicht