Luavera

Pflanzenprofil

Boldo

Peumus boldus Molina

Monimiaceae

Verdauungsstörungen, Leberbeschwerden, Gallenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Dyspepsie, Blähungen


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verdauungsstörungen, Leberbeschwerden, Gallenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Dyspepsie, Blähungen

VerdauungsbeschwerdenLeber & GalleGalleAppetitlosigkeit

Inhaltsstoffe

Alkaloide (v. a. BoldinIsocorydineNorisocorydine)ätherisches Öl (Ascaridolp-CymolLinalool)FlavonoideGerbstoffe

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapselStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Blatt (Folium) – getrocknetes Ganzblatt oder zerkleinertes Blatt von Peumus boldus Molina

Erwachsene: (1) Kräutertee aus zerkleinertem Kraut: 1–2 g in 150 ml kochendem Wasser, 2–3× täglich. (2) Wässriger Trockenextrakt (DER 5:1) in fester Darreichungsform (Kapseln/Tabletten): 200–400 mg, 2× täglich. Anwendungsdauer: 1–2 Wochen (vermarktete Produkte); laut ESCOP max. 4 Wochen. Hinweis: Nur wässrige Zubereitungen (Tee, wässriger Extrakt) gelten als akzeptabel – ethanolische Extrakte und unkonfektioniertes Drogenpulver sind wegen des toxischen Ascaridol-Gehalts nicht zugelassen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im südamerikanischen Ursprungsgebiet sind Verwechslungen mit anderen immergrünen Monimiaceae-Arten möglich, die jedoch ein abweichendes Alkaloidprofil aufweisen. Im europäischen Drogenhandel gelten Verwechslungen aufgrund des charakteristischen aromatischen Geruchs der Blätter als selten.

Geschichte & Tradition

Boldo ist ein immergrüner Strauch aus den Küstengebirgen Chiles, der von den Mapuche seit Jahrhunderten als Heilmittel gegen Leber- und Magenbeschwerden genutzt wird. Im 19. Jahrhundert gelangte die Pflanze nach Europa, wo sie rasch Eingang in die westliche Phytotherapie fand. Traditionell werden die getrockneten Blätter als verdauungsförderndes und choleretisches Mittel eingesetzt. Boldo ist heute in mehreren europäischen Pharmakopöen monografiert und vom Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der EMA bewertet.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: September, Oktober, November

Erntezeit: September, Oktober, November, Dezember

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Boldo

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Boldi folium, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht in der Schwangerschaft anwenden. Bei schweren Lebererkrankungen kontraindiziert. Hochdosiert toxisch durch Ascaridol-Gehalt.

Gegenanzeigen: Abschnitt 5.5.2 des Berichts ist im bereitgestellten Auszug nicht enthalten; explizite Kontraindikationsliste daher nicht extrahierbar. Aus Abschnitt 3.3.5 geht hervor, dass Boldo-Extrakt und Boldine in Tierstudien abortive Wirkung sowie fetale Schäden verursachten – Anwendung in der Schwangerschaft ist daher nicht vertretbar. Ethanolische Extrakte und unverarbeitetes Drogenpulver sind laut Abschnitt 2.3 wegen Ascaridol-Toxizität nicht für traditionelle Arzneimittel zugelassen.

SchwangerschaftMeiden
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungVorsicht
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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