Luavera

Pflanzenprofil

Blutwurz

Potentilla erecta (L.)

Rosaceae

Mund- und Rachenentzündungen, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden, Gastritis, Schleimhautentzündungen


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Mund- und Rachenentzündungen, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden, Gastritis, Schleimhautentzündungen

Mund-rachenVerdauungsbeschwerdenDurchfallMagenbeschwerdenEntzündung

Inhaltsstoffe

Kondensierte Gerbstoffe (CatechineProcyanidineEllagitannine)TormentillinCatechingerbstoffeFlavonoide

Zubereitungsformen

TeeAbkochungTinkturPulverStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Rhizom (getrocknetes Wurzelstock, von Wurzeln befreit)

Indikation Durchfall (oral): a) Zerkleinertes Kraut als Tee/Abkochung: 4–6 g Droge täglich bzw. 2–3 g in 150–200 ml Wasser 2× täglich; b) Tinktur 1:5 (Ethanol 70%): 30–50 Tropfen in Wasser, mehrmals täglich; c) Tinktur 1:5 (Ethanol 45%): 2–4 ml 3× täglich; d) Flüssigextrakt 1:1 (Ethanol 25%): 2–4 ml 3× täglich; e) Trockenextrakt DER 3,5–4,5:1 (Ethanol 60%): 3× täglich 2 Kapseln à 200 mg. Indikation Mundschleimhautentzündung (oromukosal): a) 6 g in 200 ml Wasser als Mundspülung mehrmals täglich; b) Tinktur 1:5 (Ethanol 70%): 1 Teelöffel pro Glas Wasser bzw. 10–20 Tropfen auf 1 Glas Wasser täglich. Anwendungsdauer: Durchfall max. 3 Tage, Mundschleimhaut max. 1 Woche. Nur für Erwachsene.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslung ist möglich mit dem Kriechenden Fingerkraut (Potentilla reptans) oder dem Gänsefingerkraut (Potentilla anserina), die jedoch fünfzählige Blüten tragen. Das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal der Blutwurz ist ihre charakteristisch vierzählige Blüte.

Geschichte & Tradition

Blutwurz zählt zu den ältesten mitteleuropäischen Heilpflanzen und wird seit dem Mittelalter medizinisch genutzt. Ihr Name leitet sich von der blutroten Farbe des aufgeschnittenen Rhizoms ab. Hildegard von Bingen sowie spätere Kräuterkundige beschrieben sie als bewährtes Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden und entzündliche Erkrankungen der Schleimhäute. Die offizinelle Verwendung des getrockneten Rhizoms (Tormentillae rhizoma) ist seit Jahrhunderten in der europäischen Phytotherapie etabliert.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August

Erntezeit: März, April, Oktober, November

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Blutwurz

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Tormentillae rhizoma, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Bei hohen Dosen mögliche Magenreizung durch Gerbstoffe. Nicht zur Daueranwendung empfohlen. Bei anhaltenden Beschwerden Arzt aufsuchen.

Gegenanzeigen: Keine expliziten Gegenanzeigen im Assessment aufgeführt. Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen (keine Sicherheitsdaten). Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen (keine ausreichenden Daten für enthaltene Zubereitungen).

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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