Luavera

Pflanzenprofil

Stieleiche

Quercus robur L.L.;Quercus petraea (Matt.) Liebl.;Quercus pubescens

Fagaceae

Hauterkrankungen, kleine Wunden, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden, Hämorrhoiden, Durchblutungsstörungen


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Hauterkrankungen, kleine Wunden, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden, Hämorrhoiden, Durchblutungsstörungen

HautproblemeWunden & VerletzungenVerdauungsbeschwerdenDurchfallDurchblutungHämorrhoiden

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe (Ellagitanninekondensierte Catechingerbstoffe 8–20 %)GallussäureEllagsäureQuercetinPhenolcarbonsäuren

Zubereitungsformen

AbkochungUmschlagSalbeTinkturTee

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Rinde (getrocknete Rinde junger Äste und Seitentriebe)

Innerlich (Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren): 3 g/Tag zerkleinertes Kraut als Teeaufkochung (1 TL ≈ 3 g auf 250 ml, 3x täglich) oder 4x täglich 1 Filmtablette mit 140 mg Trockenextrakt (5,0–6,5:1, Ethanol 50 % V/V); Anwendungsdauer bei Durchfall max. 3–4 Tage. Äußerlich: Mundspülungen/Gurgeln: 20 g auf 1 L aufgekochtes Wasser; Bäder/Sitzbäder: 5 g auf 1 L Wasser, 32–37 °C, 20 Minuten, 2–3x pro Woche, max. 2–3 Wochen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Quercus robur, Q. petraea und Q. pubescens werden arzneilich gleichwertig verwendet und im Handel meist nicht differenziert. Eine Verwechslung mit anderen heimischen Fagaceae wie der Rotbuche (Fagus sylvatica) ist möglich, deren Rinde jedoch ein deutlich abweichendes Gerbstoffprofil aufweist.

Geschichte & Tradition

Die Rinde der Eiche wird seit der Antike als Heilmittel genutzt; bereits Dioskurides beschrieb ihre zusammenziehenden Eigenschaften bei Wunden und Durchfall. Im Mittelalter war Eichenrinde ein fester Bestandteil der europäischen Volksmedizin und wurde u. a. von Hildegard von Bingen erwähnt. In der Neuzeit fand sie breite Verwendung in der Volksmedizin Mitteleuropas zur äußerlichen Wundversorgung und innerlich bei Darmkatarrhen. Heute ist Cortex Quercus im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) monographiert.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: April, Mai

Erntezeit: März, April, Mai

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Stieleiche

CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Quercus cortex, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei großflächigen Hautschäden; innerlich nicht länger als 3–4 Wochen; Kinder unter 12 Jahren nur nach Rücksprache mit Arzt.

Gegenanzeigen: Ausgedehnte Nekrosen von Schleimhaut oder Haut; Verbrennungen dritten Grades; Verätzungen mit Laugen; bei Bädern: nässendes Ekzem. Heiße Bäder sind kontraindiziert bei fieberhaften oder infektiösen Erkrankungen, Herzinsuffizienz (NYHA Grad III–IV) sowie Hypertonie (WHO Grad IV).

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckVorsicht
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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