Pflanzenprofil
Cascara (Amerikanischer Faulbaum)
Verstopfung, Obstipation, Darmträgheit, Erleichterung des Stuhlgangs
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Verstopfung, Obstipation, Darmträgheit, Erleichterung des Stuhlgangs
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Rinde (Cortex) – getrocknete, ganze oder zerkleinerte Borke
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: 10–30 mg Hydroxyanthracen-Derivate (berechnet als Cascarosid A), einmal täglich abends. Kinder ab 10 Jahren: Teeaufguss aus 0,45 g Droge/150 ml kochendem Wasser, 1 Tasse täglich. Darreichungsformen: Tee (Aufguss), Filmtablette (1–1,5 Tabletten/Tag), Flüssigextrakt (30–50 Tropfen in heißem Wasser), Kapseln (250 mg = 20 mg HAD) oder Tabletten (320 mg = 26,88 mg HAD, max. 30 mg HAD/Tag). Jeweils niedrigste wirksame Dosis zur Erzielung eines weichen Stuhls verwenden; nur kurzfristige Anwendung bei gelegentlicher Verstopfung.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Verwechslungen sind möglich mit dem heimischen Gewöhnlichen Faulbaum (Frangula alnus), der ebenfalls Anthrachinone enthält und als Laxativum eingesetzt wird, sowie mit dem Kreuzdorn (Rhamnus cathartica). Beide europäischen Arten besitzen vergleichbare, jedoch pharmakologisch nicht identische Inhaltsstoffprofile.
Geschichte & Tradition
Cascara war bei verschiedenen indigenen Völkern der nordamerikanischen Pazifikküste seit Jahrhunderten als Abführmittel bekannt und wurde äußerlich wie innerlich eingesetzt. Spanische Missionare übernahmen die Anwendung im 18. Jahrhundert; 1877 wurde die Droge offiziell in die US-amerikanische Pharmakopöe aufgenommen. Im 20. Jahrhundert zählte Cascara zu den meistverordneten Laxativa Nordamerikas. Die Rinde muss vor der Verwendung mindestens ein Jahr gelagert oder schonend erhitzt werden, da frische Rinde starke Übelkeit hervorruft.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Mai, Juni
Erntezeit: April, Mai, Juni
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Rhamni purshianae cortex, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht bei Darmverschluss, Schwangerschaft, Stillzeit. Max. 1–2 Wochen anwenden. Elektrolytverlust möglich.
Gegenanzeigen: Schwangerschaft ist im Monographieentwurf explizit kontraindiziert, da präklinische Daten auf ein potenzielles genotoxisches Risiko durch Anthranone (u. a. Emodin, Aloe-Emodin) hinweisen. Weitere Gegenanzeigen sind in Abschnitt 5.5.2 des Berichts aufgeführt, dessen vollständiger Text im vorliegenden Auszug nicht enthalten ist.
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.
