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Pflanzenprofil

Silber-Weide

Salix alba

Salicaceae

Die Silber-Weide ist eine der ältesten Heilpflanzen Europas, deren Rinde den Wirkstoff Salicin enthält – eine natürliche Vorstufe der Salicylsäure. Traditionell wird die Weidenrinde bei Fieber, Schmerzen und entzündlichen Beschwerden eingesetzt. Sie gilt als pflanzliche Alternative zu synthetischen Schmerzmitteln und wird in der Phytotherapie vor allem bei Rheuma und Rückenschmerzen angewendet.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Fieber, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Rheuma, leichte Entzündungen, Erkältungsfieber

SchmerzenRheumaGelenk- & RheumaschmerzenFieberKopfschmerzenEntzündungErkältungRückenschmerzen

Inhaltsstoffe

Phenolglykoside (SalicinSalicortinTremulacin)GerbstoffeFlavonoideCatechine

Zubereitungsformen

AbkochungTinkturStandardisierter ExtraktKapselTablette

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischCYP3A4-SubstrateSalix-alba-Infusion erhöht CYP3A4-mRNA-Expression signifikant in HepG2-Zellen (in vitro, bis 100 µg/ml)Aktive Pharmakovigilanz empfohlen; klinische Relevanz in vivo nicht belegt
TheoretischGGT-abhängige Substrate / Glutathion-KonjugateSalix alba vermindert GGT-Aktivität in HepG2-Zellen in vitro; Glutathion-Spiegel blieben jedoch unverändertKlinische Relevanz nicht belegt; rein präklinischer Befund

Verwechslungsgefahr

Die Silber-Weide kann mit anderen heimischen Weidenarten wie der Bruch-Weide (Salix fragilis) oder der Purpur-Weide (Salix purpurea) verwechselt werden, die ebenfalls Salicylglykoside enthalten, jedoch in abweichenden Konzentrationen. Für pharmazeutische Zwecke werden die Arten oft synonym verwendet, weshalb Monographien von ESCOP und HMPC die Rinden mehrerer Salix-Arten erfassen.

Geschichte & Tradition

Die Weidenrinde gehört zu den ältesten überlieferten Heilmitteln Europas und wird bereits in altägyptischen und hippokratischen Schriften als fieber- und schmerzlindernd beschrieben. Im Mittelalter wurde sie in der Volksheilkunde traditionell bei rheumatischen Beschwerden und Wechselfieber verwendet. 1828 isolierte Johann Andreas Buchner aus der Rinde das Salicin, dessen chemische Weiterentwicklung schließlich zur Synthese der Acetylsalicylsäure führte.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: März, April, Mai

Erntezeit: Februar, März, April

Pflanzenbild

Silber-Weide

© MPF · CC BY-SA 3.0

Sicherheitshinweise

Nicht bei Salicylat-Allergie oder ASS-Unverträglichkeit. Nicht für Kinder unter 12 Jahren. Vorsicht in der Schwangerschaft.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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