Pflanzenprofil
Sägepalme
Benigne Prostatahyperplasie, Harnwegsbeschwerden, Miktionsstörungen, Reizblase
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Benigne Prostatahyperplasie, Harnwegsbeschwerden, Miktionsstörungen, Reizblase
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Reife getrocknete Früchte (Fructus)
Nur erwachsene Männer (oral). WEU-Zubereitung: Weichextrakt (DER 7–11:1, Lösungsmittel Hexan) 320 mg/Tag als Kapsel oder 2x täglich 160 mg. TU-Zubereitung: Weichextrakt (DER 7,5–14,3:1, Lösungsmittel Ethanol 90–96 %) 320 mg/Tag als Kapsel oder 2x täglich 160 mg. Mindestanwendungsdauer 30 Tage, üblicherweise 4–8 Wochen; Einnahme bevorzugt zu den Mahlzeiten.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im Südosten der USA kann Serenoa repens mit anderen niedrigwüchsigen Palmenarten wie Sabal minor (Zwergsabalpalme) oder Rhapidophyllum hystrix verwechselt werden. Da die Sägepalme in Europa nicht im Freiland vorkommt und ausschließlich als Fertigarzneimittel oder Extrakt gehandelt wird, ist eine Verwechslung in der Praxis kaum relevant.
Geschichte & Tradition
Die Früchte der Sägepalme wurden von den Ureinwohnern Nordamerikas, insbesondere den Seminolen, seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel und Heilmittel genutzt. Im 19. Jahrhundert fand die Pflanze Eingang in die nordamerikanische Medizin, vor allem zur Behandlung von Harnwegsbeschwerden. Seit den 1980er-Jahren wird der lipophile Beerenextrakt in Europa intensiv auf seine Wirksamkeit bei benigner Prostatahyperplasie untersucht und in der Phytotherapie eingesetzt.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: März, April, Mai
Erntezeit: August, September, Oktober, November
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Ted Bodner, Southern Weed Science Society, United States · CC BY 3.0 us
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Sabalis serrulatae fructus, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht in Schwangerschaft/Stillzeit. Wechselwirkungen mit Hormonpräparaten möglich. Ärztliche Abklärung bei Prostatabeschwerden empfohlen.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Präparats. Nicht für Kinder. Da die Indikation ausschließlich benigne Prostatahyperplasie (BPH) beim Mann betrifft, ist die Anwendung bei Frauen nicht vorgesehen. Vor Anwendung müssen ernsthafte Erkrankungen (z. B. Prostatakarzinom) ärztlich ausgeschlossen werden.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Vorsicht |
| Vor Operationen | Vorsicht |
| Lebererkrankung | Vorsicht |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Vorsicht |
| Empfindlicher Magen | Vorsicht |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.