Luavera

Pflanzenprofil

Mariendistel

Silybum marianum L.

Asteraceae

Lebererkrankungen, Leberschutz, Gallenblasenbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, toxische Leberschäden, Fettstoffwechselstörungen


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Lebererkrankungen, Leberschutz, Gallenblasenbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, toxische Leberschäden, Fettstoffwechselstörungen

VerdauungsbeschwerdenLeber & GalleGalleEntgiftungMagenprobleme

Inhaltsstoffe

Silymarin (Flavonolignane: SilibininSilychristinSilydianin)Flavonoidefettes ÖlProteineSchleimstoffe

Zubereitungsformen

KapselTabletteTinkturStandardisierter ExtraktTee

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Früchte (Fructus; reife Achänen ohne Pappus)

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (Well-established use): Trockenextrakt, entsprechend 200–420 mg Silymarin täglich, verteilt auf 2–3 Einzelgaben (z.B. 1–2 Kapseln à 70–140 mg Silymarin, 2–3x täglich); Initialdosis bei schweren Verläufen höher, Erhaltungsdosis reduziert. Traditionelle Anwendung: Teeaufguss 3,5 g Droge 3–4x täglich (Tagesdosis 10,5–14 g); Weichextrakt 2x 15 ml täglich; pulverisierte Früchte 1–2 Kapseln à 300–400 mg, 3x täglich. Alle Formen zur oralen Anwendung.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
Theoretisch5-Aminolävulinsäure (5-ALA)Silymarin moduliert kontextabhängig die Redox-Homöostase; wirkt in Tumorzellen pro-oxidativ und verstärkt ROS-Bildung unter PDT.Nur In-vitro-Befund; klinische Relevanz nicht belegt. Keine Handlungsempfehlung ableitbar.
Theoretisch5-Aminolävulinsäure (5-ALA)Silymarin moduliert Redox-Homöostase in Tumorzellen; pro-oxidative Aktivität potenziert ROS-Bildung durch 5-ALA-PDTAusschließlich In-vitro-Daten; keine klinische Empfehlung ableitbar; weitere Studien erforderlich
TheoretischVancomycinSilibinin-Gold-Nanopartikel-Konjugat soll Vancomycin-Resistenzmechanismen in S. aureus herabsetzen (In-vitro, klinische Isolate)Rein experimenteller Befund; keine klinische Anwendung ableitbar; weitere Studien erforderlich
Theoretisch5-Aminolävulinsäure (5-ALA)Silymarin moduliert kontextabhängig die Redox-Homöostase; verstärkt pro-oxidative ROS-Wirkung von 5-ALA-PDT in vitroRein experimenteller In-vitro-Befund; keine klinische Empfehlung ableitbar; weitere Studien erforderlich
TheoretischVancomycinSilibinin-Nanopartikel reduzieren Vancomycin-Resistenz bei S. aureus-Isolaten (In-vitro, Synergismus-Mechanismus nicht detailliert beschrieben)Nur In-vitro-Befund; keine klinische Schlussfolgerung möglich. Klinische Studien erforderlich.
TheoretischSGLT2-InhibitorenTaxifolin moduliert SGLT-Expression; kann pharmakodynamische Wirkung von SGLT2-Inhibitoren beeinflussenNur präklinische Evidenz; keine klinische Handlungsempfehlung ableitbar; weitere Studien nötig

Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslung mit anderen Distelarten wie Kratzdisteln (Cirsium spp.) oder Wegdisteln (Carduus spp.) ist möglich, jedoch durch die charakteristisch weiß-gemusterten Laubblätter der Mariendistel in der Regel leicht zu vermeiden.

Geschichte & Tradition

Die Mariendistel wird seit der Antike als Heilpflanze genutzt; bereits Dioskurides und Plinius der Ältere beschrieben ihre leberschützenden Eigenschaften. Im Mittelalter war sie fester Bestandteil der europäischen Klostermedizin, wo sie vorrangig bei Leber- und Gallenerkrankungen eingesetzt wurde. Im 20. Jahrhundert führte die Isolierung des Wirkstoffkomplexes Silymarin zu einer wissenschaftlichen Neubewertung und breiten pharmazeutischen Nutzung.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli, August, September

Erntezeit: August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Mariendistel

© fir0002 flagstaffotos [at] gmail.com Canon 20D + Sigma 150mm f/2.8 · GFDL 1.2

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Silybi mariani fructus, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Selten leichte Magen-Darm-Beschwerden. Allergiepotenzial bei Korbblütler-Allergie. In Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit Arzt.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder anderen Korbblütlern (Asteraceae). Anwendung bei Kindern unter 5 Jahren (mehrere Produkte) bzw. unter 12 Jahren (weitere Produkte) kontraindiziert oder nicht empfohlen mangels ausreichender Daten.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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