Luavera

Pflanzenprofil

Bittersüßer Nachtschatten

Solanum dulcamaraL.

Hauterkrankungen, Ekzeme, Schuppenflechte, kleine Wunden


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Hauterkrankungen, Ekzeme, Schuppenflechte, kleine Wunden

HautproblemeWunden & VerletzungenEkzeme

Inhaltsstoffe

Steroidalkaloid-Glykoside (SolasoninSolamargin)SteroidsaponineGerbstoffeBitterstoffe

Zubereitungsformen

AbkochungTeeTinkturSalbeUmschlag

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Stängel (Stipites): getrocknete, 2–3 Jahre alte Stängel der Pflanze, geerntet im Frühjahr vor der Belaubung oder im Spätherbst nach dem Laubfall

Äußerliche Anwendung (HMPC-Monographie): Aufguss oder Dekokt aus 1–2 g zerkleinerter Droge pro 250 ml Wasser, 1–5 mal täglich als Umschlag oder Spülung auf die Haut auftragen. Alternativ Salbe (Extrakt 1:5, Lösungsmittel Ethanol 30% m/m, 10 g/100 g Fertigprodukt) 3–5 mal täglich. Historisch intern verwendet: 1–3 g Droge täglich als Aufguss; diese Anwendung ist in der HMPC-Monographie nicht anerkannt.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Der Schwarze Nachtschatten (Solanum nigrum) ähnelt in Blatt- und Blütenform, wächst jedoch krautiger und trägt schwarze statt rote Beeren. Gelegentlich wird auch die hochgiftige Tollkirsche (Atropa belladonna) verwechselt, deren Beeren ebenfalls schwarz-glänzend sein können und die ähnliche Standorte besiedelt.

Geschichte & Tradition

Der Bittersüße Nachtschatten wurde in der europäischen Volksmedizin seit dem Mittelalter bei Hauterkrankungen und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Hildegard von Bingen und spätere Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts erwähnen die Pflanze als äußerliches Mittel gegen Ausschläge und Geschwüre. Im 19. Jahrhundert fand sie Eingang in offizielle Pharmakopöen mehrerer europäischer Länder. Die Kommission E bewertete die getrockneten Zweige als unterstützende Behandlung bei chronischen Ekzemen.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September

Erntezeit: März, April, Mai

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Bittersüßer Nachtschatten

© David Eickhoff from Pearl City, Hawaii, USA · CC BY 2.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Solani dulcamarae stipites, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Giftig – alle Pflanzenteile, besonders Beeren! Nicht zur Selbstmedikation. Nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet.

Gegenanzeigen: Im Dokument sind keine formalen Gegenanzeigen für die Stipites-Zubereitung aufgeführt. Der Europarat stuft den Stängel aufgrund seines Toxizitätspotenzials als für den menschlichen Verzehr ungeeignet ein; die FDA klassifiziert die Pflanze als unsicheres Giftkraut. Sicherheitsbelege für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit fehlen.

SchwangerschaftVorsicht
StillzeitVorsicht
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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