Pflanzenprofil
Gewöhnlicher Löwenzahn
Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Gallenförderung, Harnwegsbeschwerden, Entschlackung
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Gallenförderung, Harnwegsbeschwerden, Entschlackung
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (getrocknete unterirdische Pflanzenteile, ganz oder zerkleinert)
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Zerkleinertes Wurzelpulver als Dekokt: 3x täglich 2–8 g (1–5 g auf 150 ml Wasser). Stabilisierter Frischpflanzensaft (DER 1:1, Ethanol-Dampf): 3x täglich 5 ml verdünnt in Wasser. Frischpflanzensaft: 3x täglich 4–8 ml. Flüssigextrakt (DER 1:1, Ethanol 30 %): 3x täglich 2–8 ml. Tinktur (1:5, Ethanol 45 %): 3x täglich 5–10 ml. Trockenextrakt-Hartkapsel (DER 3–5:1, Ethanol 60 %): Erwachsene und ältere Patienten 1 Kapsel 2x täglich.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Der Gewöhnliche Löwenzahn kann mit anderen gelb blühenden Korbblütlern wie dem Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) oder Habichtskräutern (Hieracium spp.) verwechselt werden, die ebenfalls basale Blattrosetten und ähnliche Blütenköpfe ausbilden. Diese Pflanzen sind nicht giftig, besitzen jedoch keine vergleichbare pharmakologische Wirkung.
Geschichte & Tradition
Der Gewöhnliche Löwenzahn wird seit dem frühen Mittelalter in Europa als Heil- und Nahrungspflanze genutzt. Arabische Ärzte des 10. und 11. Jahrhunderts, darunter Ibn Sina, beschrieben ihn als Leber- und Nierenmittel. In der europäischen Kloster- und Volksmedizin galt er als wichtiges harntreibendes und gallenforderndes Mittel sowie als Frühjahrskur zur Entschlackung. Spätere Kräuterkundige wie Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs empfahlen ihn gezielt bei Verdauungs- und Leberbeschwerden.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September
Erntezeit: März, April, Mai, September, Oktober
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Walther Otto Müller · Public domain
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Taraxaci officinalis radix, European Medicines Agency [Link]
- EMA HMPC Assessment: Taraxaci radix cum herba, European Medicines Agency [Link]
- EMA HMPC Assessment: Taraxaci folium, European Medicines Agency [Link]
- EMA HMPC Assessment: Taraxaci officinalis radix, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht bei Gallengangsverschluss oder Darmverschluss. Bei Gallensteinleiden nur nach ärztlicher Rücksprache. Selten Kontaktdermatitis.
Gegenanzeigen: Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenempyem, obstruktiver Ileus. Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Pflanzen der Familie Asteraceae (Compositae).
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Meiden |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Meiden |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.