Pflanzenprofil
Gewöhnlicher Löwenzahn
Harnwege, Nierenspülung, Gallen- und Leberbeschwerden, Appetitanregung, Verdauungsförderung, Wassereinlagerungen
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Harnwege, Nierenspülung, Gallen- und Leberbeschwerden, Appetitanregung, Verdauungsförderung, Wassereinlagerungen
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Theoretisch | Stimmungsstabilisator / Antimanikum | Diuretische Wirkung von Löwenzahnblättern kann Dehydratation verursachen und dadurch Lithiumspiegel erhöhen. | Theoretische Warnung laut Quelle; Lithiumspiegel überwachen bei gleichzeitiger Anwendung diuretisch wirkender Kräuterpräparate. |
| Theoretisch | Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) | Taraxacum-Inhaltsstoffe hemmen PI3K/AKT- und STAT3-Signalwege, die auch Angriffspunkte von TKIs sind – mögliche pharmakodynamische Überlappung. | Kombination mit TKIs ohne kontrollierte pharmakokinetische und Sicherheitsstudien vermeiden; nur präklinische Hinweise vorhanden. |
| Theoretisch | Cisplatin | Polyphenole (Luteolin, Quercetin) hemmen NF-κB, steigern antioxidative Enzyme (CAT, GPx1, SOD2), reduzieren oxidativen Stress – nur Tiermodell | Klinische Relevanz ungeklärt; keine Empfehlung für parallele Anwendung ohne klinische Studien; Rücksprache mit Onkologen |
| Theoretisch | PD-1/PD-L1-Inhibitoren | Isochlorogensäure A aus T. officinale moduliert Immunantwort und verstärkt laut Studie die Wirkung von PD-1/PD-L1-Blockade | Nur theoretisch (In-vitro/Tiermodell); klinische Relevanz nicht belegt; keine Empfehlung ohne klinische Daten |
| Theoretisch | Acetaminophen (Paracetamol) | Taraxasterol (aus T. officinale) schützt hepatisch vor APAP-induziertem oxidativem Stress und Zellschäden; Mechanismus noch nicht vollständig geklärt. | Keine klinische Empfehlung ableitbar; Datenlage beschränkt sich auf Tier- und Zellversuche. Humandaten fehlen. |
| Theoretisch | Tyrosinkinase-Inhibitoren | Taraxacum-Inhaltsstoffe hemmen PI3K/AKT- und STAT3-Signalwege, die auch Angriffspunkte von TKIs sind; mögliche pharmakodynamische Interferenz. | Kombination bis zum Vorliegen klinischer Daten vermeiden; nur präklinische Evidenz vorhanden. |
| Theoretisch | Cisplatin | TOE-Polyphenole (Luteolin, Quercetin) hemmen NF-κB, steigern antioxidative Enzyme (CAT, GPx1, SOD2); nur im Mausmodell belegt | Klinische Daten fehlen; antioxidative Supplementierung während Cisplatin-Chemotherapie nur nach onkologischer Rücksprache |
| Theoretisch | PD-1/PD-L1-Inhibitoren (z.B. Pembrolizumab, Nivolumab, Atezolizumab) | Isochlorogenic acid A aus T. officinale soll Immunantwort modulieren und synergistisch die PD-1/PD-L1-Blockade verstärken (Mechanismus unklar). | Rein experimentelle Befunde; keine klinische Anwendung ohne weitere Evidenz; bei laufender Immuntherapie ärztliche Rücksprache. |
| Theoretisch | Acetaminophen (Paracetamol) | Taraxasterol (Triterpenoid aus T. officinale) moduliert hepatoprotektive Signalwege und reduziert APAP-induzierte Leberschädigung (Netzwerkpharmakologie, in vitro/in vivo) | Keine klinische Empfehlung ableitbar; ausschließlich präklinische Daten (Tier- und Zellmodelle) |
| Theoretisch | Sulfonylharnstoff (Antidiabetikum) | Additive Blutglukose-senkende Wirkung; in vivo (Rattenmodell) vergleichbare Wirksamkeit der Pflanzenkombination mit Glibenclamid gezeigt. | Kombination vermeiden oder Blutglukose engmaschig überwachen; nur Tiermodell-Daten, keine Humandaten. |
| Theoretisch | Biguanid (Antidiabetikum) | Additive Glukose-senkende Effekte; in vivo (STZ-NA-Rattenmodell) Wirksamkeit vergleichbar mit Metformin. | Nur Tierstudien; bei gleichzeitiger Einnahme Blutzuckerkontrolle verstärken, Arzt informieren. |
| Theoretisch | DPP-4-Inhibitoren (Gliptine) | Direkte DPP-4-Hemmung durch Pflanzenextrakte in vitro nachgewiesen; additive Hemmung mit DPP-4-Inhibitor-Arzneimitteln möglich. | Rein in-vitro-Befund; klinische Relevanz unklar, Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung. |
| Theoretisch | Alpha-Glucosidase-Inhibitor | Pflanzenextrakte hemmen α-Glucosidase und α-Amylase in vitro; additive Enzymhemmung bei Kombination mit Acarbose möglich. | Nur In-vitro-Daten; klinische Bedeutung nicht belegt, bei Kombination Überwachung empfohlen. |
Verwechslungsgefahr
Im Freiland kann Gewöhnlicher Löwenzahn mit anderen Taraxacum-Kleinarten (Taraxacum-Aggregat, mehrere hundert Mikrospezies) sowie mit dem Gewöhnlichen Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) und Herbst-Löwenzahn (Leontodon autumnalis) verwechselt werden, die jedoch keine geschlossene Blattrosette mit ungezähnten Hüllblättern aufweisen. Eine Verwechslung ist pharmakologisch wenig relevant, da keine dieser Arten als toxisch gilt.
Geschichte & Tradition
Löwenzahn wurde bereits von arabischen Ärzten des 10. und 11. Jahrhunderts, darunter Ibn Sina, als Lebermittel beschrieben. In der europäischen Klostermedizin des Mittelalters fand er als harntreibendes und gallenreinigendes Mittel Verwendung. Seit dem 16. Jahrhundert ist er in europäischen Kräuterbüchern dokumentiert; Leonhart Fuchs und Hieronymus Bock beschrieben seine Anwendung bei Leber- und Milzbeschwerden. Im 19. Jahrhundert wurde er in mehrere europäische Pharmakopöen aufgenommen und ist bis heute in der Kommission-E-Monographie anerkannt.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September
Erntezeit: März, April, Mai, Juni, September, Oktober
Evidenzlage
BegrenztPflanzenbild
© Walther Otto Müller · Public domain
Sicherheitshinweise
Nicht bei Gallengangverschluss oder -obstruktion anwenden. Bei Korbblütler-Allergie meiden. Wechselwirkungen mit Diuretika möglich.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Vorsicht |
| Vor Operationen | Vorsicht |
| Lebererkrankung | Vorsicht |
| Nierenerkrankung | Unbedenklich |
| Autoimmunerkrankung | Vorsicht |
| Bluthochdruck | Vorsicht |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.