Pflanzenprofil
Rotklee
Rotklee enthält Isoflavone (Phytoöstrogene) und wird traditionell zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen eingesetzt. Darüber hinaus finden Blüten und Blätter Verwendung bei leichten Atemwegsbeschwerden, Hautproblemen und als leicht schleimlösendes Mittel. Traditionell werden dem Kraut entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Wechseljahresbeschwerden, Hitzewallungen, Husten, Bronchitis, Hautausschläge, Ekzeme
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Theoretisch | Progesteron | Irilone potenziert Progesteron-Signaling über PRE in vitro (endometriale/ovarielle Zelllinien) | Vorsicht bei gleichzeitiger Gestagen-Therapie; nur In-vitro-Daten, keine klinische Evidenz |
| Theoretisch | Synthetische Gestagene (z.B. in HRT, Kontrazeptiva) | Formononetin/Biochanin A: gemischte PR-Agonisten; Prunetin: PR-Antagonist in vitro | Relevanz für hormonelle Therapien unklar; klinische Studien fehlen; ärztliche Rücksprache empfohlen |
| Schwerwiegend | Antikoagulans | Trifolium pratense enthält Cumarin-Derivate und Isoflavone mit thrombozytenaggregationshemmender und antikoagulanter Wirkung | Kombination mit Antikoagulanzien/Thrombozytenaggregationshemmern meiden; Gerinnungsparameter engmaschig kontrollieren |
| Theoretisch | Gestagene / Progestine (z.B. HRT, Hormonkontrazeptiva) | Irilone potenziert Progesteron-Rezeptor-Signaling in vitro (PRE-Luc-Assay, endometrialen und ovariellen Zelllinien) | Rein theoretisch; keine klinischen Daten; Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme progestinbasierter Therapien |
| Theoretisch | Gestagene / Progestine (z.B. HRT, Hormonkontrazeptiva) | Prunetin wirkt als reiner PR-Antagonist in vitro und könnte Progesteron-Wirkung abschwächen | Rein theoretisch (In-vitro); klinische Relevanz unklar; keine evidenzbasierte Handlungsempfehlung möglich |
| Theoretisch | Gestagene / Progestine (z.B. HRT, Hormonkontrazeptiva) | Formononetin und Biochanin A zeigen gemischte PR-Agonisten/Antagonisten-Aktivität in vitro | Rein theoretisch (In-vitro); bei hormonabhängigen Erkrankungen ärztliche Beratung empfohlen |
| Schwerwiegend | Antikoagulans | Trifolium pratense enthält Cumarin-ähnliche Isoflavone, die die Blutgerinnung hemmen können | Rotklee bei Gerinnungsstörungen oder Antikoagulanzientherapie meiden; ärztliche Überwachung |
| Theoretisch | Tamoxifen | Rotkleeextrakt reduziert CYP3a2/CYP1a1-Aktivität, erhöht CYP2c11; gegenläufige Effekte auf Tamoxifen-metabolisierende CYPs ohne netto PK-Wirkung | Keine Dosisanpassung erforderlich laut vorliegenden Daten; Befunde nur aus Tiermodell und In-vitro, keine klinischen Humandaten |
Verwechslungsgefahr
Rotklee kann mit dem Weißklee (Trifolium repens) verwechselt werden, der sich durch weiße bis cremefarbene Blütenköpfe und eine hellere Blattzeichnung unterscheidet. Eine weitere Verwechslung ist mit dem Zickzack-Klee (Trifolium medium) möglich, der dem Rotklee sehr ähnlich sieht, jedoch größere Blütenköpfe und einen deutlich gewundeneren Stängel aufweist.
Geschichte & Tradition
Rotklee ist in der europäischen Volksmedizin seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt und wurde traditionell bei Husten, Bronchitis und Hauterkrankungen eingesetzt. In der Kräuterheilkunde werden in der Literatur anti-entzündliche Effekte beschrieben. Im 20. Jahrhundert rückte die Pflanze durch die Entdeckung ihres Isoflavongehalts in den Fokus der wissenschaftlichen Phytotherapie, insbesondere im Hinblick auf die Effekte dieser Isoflavone. Heute wird Rotklee vorwiegend in standardisierten Extrakten traditionell bei klimakterischen Beschwerden angewendet.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September
Erntezeit: Juni, Juli, August
Pflanzenbild
© Ivar Leidus · CC BY-SA 4.0
Sicherheitshinweise
Nicht bei Schwangerschaft, Stillzeit oder hormonabhängigen Erkrankungen (z.B. Brustkrebs). Wechselwirkungen mit Antikoagulanzien möglich.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.