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Pflanzenprofil

Huflattich

Tussilago farfara

Asteraceae

Huflattich (Tussilago farfara) ist eine der ältesten europäischen Heilpflanzen und wird traditionell bei Husten und Schleimhautreizungen der Atemwege verwendet. Die Blüten und Blätter enthalten Schleimstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide, denen in der Literatur reizmildernde und entzündungshemmende Eigenschaften zugeordnet werden. Aufgrund enthaltener Pyrrolizidinalkaloide ist eine zeitlich begrenzte Anwendung und Vorsicht in bestimmten Bevölkerungsgruppen geboten.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Husten, Bronchitis, Atemwegsreizungen, Heiserkeit, Keuchhusten, Schleimhautentzündung

Husten & BronchitisSchleimAtemwegserkrankungenBronchitisErkaltungHeiserkeitKeuchhusten

Inhaltsstoffe

Schleimstoffe (Polysaccharide)Flavonoide (RutinHyperosid)PyrrolizidinalkaloideBitterstoffeGerbstoffeSteroleZink

Zubereitungsformen

TeeTinkturSirupPulverUmschlag

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischPD-1/PD-L1-Checkpoint-Inhibitoren (z.B. Pembrolizumab, Nivolumab, Atezolizumab)Tussilago-farfara-Polysaccharide reduzieren PD-1/PD-L1-Expression auf Lymphozyten (Mausmodell) – gleicher Wirkmechanismus wie Checkpoint-InhibitorenKombination mit Checkpoint-Inhibitoren ohne klinische Daten nicht empfehlen; nur Tierdaten vorhanden
TheoretischCYP-SubstrateTussilagon wird in Leber-Mikrosomen durch CYP-Isoformen metabolisiert; mögliche Enzymhemmung oder -induktionIn-vitro-Befund; klinische Relevanz ungeklärt, Vorsicht bei CYP-sensitiven Arzneimitteln
TheoretischTRAIL (rekombinantes humanes TRAIL / TRAIL-Rezeptor-Agonisten)TF inhibiert MKK7-TIPRL-Protein-Interaktion → erhöhte MKK7/JNK-Phosphorylierung → Aufhebung der TRAIL-ResistenzAusschließlich In-vitro-Evidenz (Zelllinien); keine klinische Empfehlung ableitbar; klinische Relevanz unbekannt

Verwechslungsgefahr

Die großen, rundlichen Blätter des Huflattichs ähneln jenen der Pestwurz (Petasites hybridus), die ebenfalls Pyrrolizidinalkaloide enthält und an feuchten Standorten vorkommt. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist die unterseits weißfilzige Behaarung der Huflattich-Blätter sowie die charakteristische, hufeisenförmige Buchtung am Blattgrund.

Geschichte & Tradition

Huflattich zählt zu den ältesten dokumentierten Heilpflanzen Europas; bereits Dioskurides und Plinius beschrieben seine Anwendung bei Husten und Atemwegserkrankungen. Der botanische Name Tussilago leitet sich vom lateinischen tussis (Husten) ab und verweist auf seine traditionelle Hauptindikation. Im Mittelalter empfahl etwa Hildegard von Bingen die Pflanze bei Lungen- und Bronchialbeschwerden. In der Volksmedizin waren sowohl die früh erscheinenden Blüten als auch die hufeisenartig geformten Blätter gebräuchlich.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Februar, März, April

Erntezeit: Februar, März, April, Mai, Juni

Pflanzenbild

Huflattich

© Andreas Trepte · CC BY-SA 2.5

Sicherheitshinweise

Pyrrolizidinalkaloide: nicht in Schwangerschaft/Stillzeit; max. 4–6 Wochen/Jahr; nicht für Kinder unter 12 Jahren.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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