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Pflanzenprofil

Große Brennnessel

Urtica dioicaL.;Urtica urensL.

Harnwegsbeschwerden, Reizblase, Nierengrieß, Benigne Prostatahyperplasie, Durchspülungstherapie


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Harnwegsbeschwerden, Reizblase, Nierengrieß, Benigne Prostatahyperplasie, Durchspülungstherapie

BlaseSchmerzenNierenRheumaEntzündungenProstataGelenkschmerzenHauterkrankungenEntzündungHarnwege & Blase

Inhaltsstoffe

Flavonoide (QuercetinKämpferolRutinIsoquercitrin)Phenolcarbonsäuren (KaffeesäureChlorogensäure)Sterole (β-Sitosterin)PolysaccharideLektine (Urtica-dioica-AgglutininUDA)ScopoletinSiliziumverbindungenKaliumChlorophyllAmeisensäureHistaminSerotonin (Brennhaar-Sekret)

Zubereitungsformen

TeeAufgussTinkturKapselStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Blätter (ganze oder geschnittene, getrocknete Blätter von Urtica dioica L. und/oder Urtica urens L.)

Erwachsene, oral. Teeaufguss: 2–4 g als Einzeldosis, 3–6x täglich (Tagesdosis 8–12 g). Trockenextrakt (4,7–6:1, wässrig): 750 mg, 2–3x täglich. Trockenextrakt (5–10:1, wässrig): 450 mg, 3x täglich. Trockenextrakt (8–10:1, ethanolisch 50 %): 540 mg, 2x täglich. Flüssigextrakt (1:5): 30–40 Tropfen, 3–4x täglich. Anwendungsdauer: 4 Wochen (Gelenkbeschwerden) bzw. 2–4 Wochen (Harnwegsbeschwerden).

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im jungen Wuchsstadium kann die Brennnessel mit Taubnesseln (Lamium album, Lamium purpureum) verwechselt werden, die zwar ähnlich geformte Blätter aufweisen, jedoch keine brennenden Haare besitzen und zur Familie der Lippenblütler gehören. Gelegentlich wird sie auch mit Gundelrebe (Glechoma hederacea) oder anderen niedrig wachsenden Wildkräutern verwechselt, wenn die charakteristischen Brennhaare noch nicht vollständig ausgebildet sind.

Geschichte & Tradition

Die Große Brennnessel zählt zu den ältesten und am vielseitigsten genutzten Heilpflanzen Europas; schriftliche Belege reichen bis in die Antike zurück. Im Mittelalter beschrieb Hildegard von Bingen sie als bedeutende Heil- und Nahrungspflanze, und zahlreiche frühneuzeitliche Kräuterbücher beschrieben ihre Verwendung bei Harnwegs- und Nierenbeschwerden sowie als Frühjahrskur. Parallel zur medizinischen Verwendung wurden die Fasern der Brennnessel bis ins 20. Jahrhundert zur Textilherstellung genutzt. In der Volksheilkunde wurde die Pflanze zudem bei Gelenkbeschwerden sowie als Reinigungsmittel verwendet.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Juni, Juli, August, September, Oktober

Erntezeit: März, April, Mai, Juni, Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Große Brennnessel

© Evelyn Simak · CC BY-SA 2.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Urticae herba, European Medicines Agency [Link]
  2. EMA HMPC Assessment: Urticae radix, European Medicines Agency [Link]
  3. EMA HMPC Assessment: Urticae folium, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Kontraindiziert bei Ödemen durch Herz- oder Niereninsuffizienz. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Selten allergische Reaktionen.

Gegenanzeigen: Im vorliegenden Dokumentenauszug werden keine expliziten Kontraindikationen aufgelistet (Abschnitt 5.5.2 nicht im Auszug enthalten). Ausdrücklich nicht empfohlen wird die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit, da keine Daten zur reproduktiven und Entwicklungstoxizität vorliegen.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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