Pflanzenprofil
Große Brennnessel
Harnwegsbeschwerden, Reizblase, Nierengrieß, Benigne Prostatahyperplasie, Durchspülungstherapie
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Harnwegsbeschwerden, Reizblase, Nierengrieß, Benigne Prostatahyperplasie, Durchspülungstherapie
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (ganze oder geschnittene, getrocknete Blätter von Urtica dioica L. und/oder Urtica urens L.)
Erwachsene, oral. Teeaufguss: 2–4 g als Einzeldosis, 3–6x täglich (Tagesdosis 8–12 g). Trockenextrakt (4,7–6:1, wässrig): 750 mg, 2–3x täglich. Trockenextrakt (5–10:1, wässrig): 450 mg, 3x täglich. Trockenextrakt (8–10:1, ethanolisch 50 %): 540 mg, 2x täglich. Flüssigextrakt (1:5): 30–40 Tropfen, 3–4x täglich. Anwendungsdauer: 4 Wochen (Gelenkbeschwerden) bzw. 2–4 Wochen (Harnwegsbeschwerden).
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Im jungen Wuchsstadium kann die Brennnessel mit Taubnesseln (Lamium album, Lamium purpureum) verwechselt werden, die zwar ähnlich geformte Blätter aufweisen, jedoch keine brennenden Haare besitzen und zur Familie der Lippenblütler gehören. Gelegentlich wird sie auch mit Gundelrebe (Glechoma hederacea) oder anderen niedrig wachsenden Wildkräutern verwechselt, wenn die charakteristischen Brennhaare noch nicht vollständig ausgebildet sind.
Geschichte & Tradition
Die Große Brennnessel zählt zu den ältesten und am vielseitigsten genutzten Heilpflanzen Europas; schriftliche Belege reichen bis in die Antike zurück. Im Mittelalter beschrieb Hildegard von Bingen sie als bedeutende Heil- und Nahrungspflanze, und zahlreiche frühneuzeitliche Kräuterbücher beschrieben ihre Verwendung bei Harnwegs- und Nierenbeschwerden sowie als Frühjahrskur. Parallel zur medizinischen Verwendung wurden die Fasern der Brennnessel bis ins 20. Jahrhundert zur Textilherstellung genutzt. In der Volksheilkunde wurde die Pflanze zudem bei Gelenkbeschwerden sowie als Reinigungsmittel verwendet.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Juni, Juli, August, September, Oktober
Erntezeit: März, April, Mai, Juni, Juli, August
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Evelyn Simak · CC BY-SA 2.0
Sicherheitshinweise
Kontraindiziert bei Ödemen durch Herz- oder Niereninsuffizienz. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Selten allergische Reaktionen.
Gegenanzeigen: Im vorliegenden Dokumentenauszug werden keine expliziten Kontraindikationen aufgelistet (Abschnitt 5.5.2 nicht im Auszug enthalten). Ausdrücklich nicht empfohlen wird die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit, da keine Daten zur reproduktiven und Entwicklungstoxizität vorliegen.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.
