Pflanzenprofil
Weinrebe
Chronische Veneninsuffizienz, Durchblutungsstörungen, schwere Beine, Krampfadern, Ödeme der Unterschenkel
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Chronische Veneninsuffizienz, Durchblutungsstörungen, schwere Beine, Krampfadern, Ödeme der Unterschenkel
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Getrocknete Blätter (Folium) der Roten Weinrebe (Vitis vinifera L., Vitaceae); bevorzugt rot- bis schwarzfarbige Sorten, Ernte im Herbst nach der Weinlese
Erwachsene: (1) Tee (TU): 5–10 g getrocknete Blätter in 250 ml kochendem Wasser als Aufguss, 2× täglich, max. 4 Wochen. (2) Pulver/Kapseln (TU): 270–350 mg, 3–5× täglich oral, max. 4 Wochen. (3) Trockenextrakt DER 4–6:1, Wasser (WEU): Tagesdosis 360–720 mg oral (Kapseln à 180 mg oder Filmtabletten à 360 mg), 1–2× täglich; empfohlene Anwendungsdauer 12 Wochen, Langzeitanwendung in Rücksprache mit Arzt möglich; Wirkungseintritt nach 2–3 Wochen. (4) Weichextrakt-Creme DER 2,5–4:1, Wasser (TU): dünne Schicht 1–3× täglich auf betroffene Hautstellen auftragen. Bei anhaltenden Beschwerden (TU Ind. 1: >2 Wochen; TU Ind. 2/3: >1 Woche) Arzt aufsuchen.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Die kultivierte Weinrebe ist als Nutzpflanze weitgehend unverwechselbar. Eine gelegentliche Verwechslung ist mit dem Wilden Wein (Parthenocissus tricuspidata oder P. quinquefolia) möglich, der häufig als Zierpflanze an Fassaden wächst und keine medizinisch verwertbaren Inhaltsstoffe in vergleichbarer Konzentration enthält.
Geschichte & Tradition
Die Weinrebe gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird seit mindestens 8000 Jahren angebaut. Hippokrates und Dioskurides beschrieben therapeutische Anwendungen von Weinblättern und -beeren in der Antike. In der europäischen Volksmedizin wurden Weinblätter traditionell bei Venenerkrankungen und Wundbehandlungen eingesetzt. Die gezielte medizinische Nutzung von Traubenkernen gewann im 20. Jahrhundert durch die Isolierung und Charakterisierung der Oligomeren Proanthocyanidine wesentlich an Bedeutung.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Mai, Juni
Erntezeit: Juni, Juli, August
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
CC BY-SA 3.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Vitis viniferae folium, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Weinrebe meiden. Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht ausreichend untersucht.
| Schwangerschaft | Vorsicht |
| Stillzeit | Vorsicht |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.
