Luavera

Pflanzenprofil

Schafgarbe

Achillea millefolium

Asteraceae

Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Harnwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Wundheilung


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Harnwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Wundheilung

VerdauungsbeschwerdenGalleAppetitlosigkeitBlähungenKrämpfeEntzündungenMenstruationWunden & VerletzungenHautproblemeLeber & GalleAppetitverlustHarnwege & Blase

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl (ChamazulenCampherBorneol)Sesquiterpenlactone (Achillin)Flavonoide (LuteolinApigenin)GerbstoffeBitterstoffeAlkaloide (Achillein)

Zubereitungsformen

TeeTinkturUmschlagSalbeAufguss

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Blühende Krautspitzen – ganz oder geschnitten, getrocknet (Herba); gemäß Ph.Eur. mit mind. 2 ml/kg ätherischem Öl und mind. 0,02 % Proazulenen

Jugendliche, Erwachsene und ältere Patienten (>12 Jahre), oral: (a) Kräutertee: 1,5–4 g Droge in 150–250 ml kochendem Wasser, 3–4x täglich zwischen den Mahlzeiten; (b) Presssaft (frische Pflanze, DER 1:0,65–0,93): 5–10 ml 2–3x täglich; (c) Flüssigextrakt (DER 1:1, Ethanol 25%): 2–4 ml 3x täglich; (d) Tinktur (1:5, Ethanol 45%): 2–4 ml 3x täglich; (e) Tinktur (1:5, Ethanol 31,5%): 4,3 ml 4x täglich; (f) Trockenextrakt (DER 6–9:1, Wasser): 334 mg Instant-Tee 3–4x täglich; (g) Trockenextrakt (DER 5–10:1, Wasser): 250 mg Filmtablette, 1 Tablette 2–3x täglich (Menstruationsbeschwerden). Bei Appetitverlust: Einnahme 30 min vor den Mahlzeiten. Topisch (kleine oberflächliche Wunden): 3–4 g Droge in 250 ml Wasser als Infusion für Kompressen, 2–3x täglich.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
SchwerwiegendCyclosporineHemmung von CYP450-Enzymen erhöht Cyclosporin-PlasmakonzentrationKombination vermeiden; bei Einnahme engmaschiges Cyclosporin-TDM erforderlich
ModeratErythromycinCYP450-Inhibition (v.a. CYP3A4) führt zu erhöhter Erythromycin-ExpositionGleichzeitige Anwendung mit Vorsicht; Überwachung auf kardiale Symptome
ModeratBenzodiazepinCYP450-Inhibition (v.a. CYP2C19/CYP3A4) erhöht Diazepam-PlasmakonzentrationKombination meiden oder Dosis reduzieren; Patient auf verstärkte ZNS-Dämpfung überwachen
SchwerwiegendCyclosporinHemmung von CYP450-Enzymen durch Achillea millefolium erhöht Cyclosporin-PlasmaspiegelKombination vermeiden; bei Anwendung engmaschige Spiegelkontrollen erforderlich
ModeratErythromycinCYP450-Hemmung durch Achillea millefolium führt zu erhöhten Erythromycin-PlasmaspiegelnKombination mit Vorsicht; ggf. Dosisanpassung und klinisches Monitoring
ModeratBenzodiazepin / AnxiolytikumCYP450-Hemmung durch Achillea millefolium erhöht Diazepam-PlasmaspiegelKombination meiden oder Dosis reduzieren; Patient auf verstärkte Sedierung überwachen
TheoretischNSAIDs / COX-2-HemmerMillefolacton C hemmt COX-2-Proteinexpression in vitro (BV2-Zellmodell)Rein in-vitro; keine klinische Evidenz. Bei Kombination engmaschig auf GI-Symptome achten.
TheoretischAntikoagulanzien / ThrombozytenaggregationshemmerCOX-2- und 15-LOX-Hemmung reduziert Thromboxan- und Leukotrien-Synthese in vitroRein in-vitro; keine klinischen Daten. Kombination mit Antikoagulanzien beobachten.
Theoretisch15-LOX-Inhibitoren / LeukotrienantagonistenMillefolacton C, E und Millefoliumin A/B hemmen 15-LOX enzymatisch in vitroAusschließlich In-vitro-Befund; keine Handlungsempfehlung ableitbar.
ModeratAntidiabetikumAchillea millefolium steigert Insulinsensitivität und -sekretion sowie hemmt α-GlucosidasenBlutzucker engmaschig kontrollieren bei Kombination mit Insulin oder oralen Antidiabetika
ModeratOrale Antidiabetika (α-Glucosidasehemmer)Additive Hemmung der α-Glucosidasen durch PflanzenwirkstoffeKombination mit Acarbose oder Miglitol nur unter ärztlicher Aufsicht

Verwechslungsgefahr

Im Jugendstadium können die fein gefiederten Blätter mit jungen Pflanzen giftiger Doldenblütler wie dem Gefleckten Schierling (Conium maculatum) oder dem Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) verwechselt werden. Innerhalb der Gattung ist eine Verwechslung mit der Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica) möglich, deren Blätter deutlich weniger stark gefiedert sind.

Geschichte & Tradition

Die Schafgarbe zählt zu den ältesten Heilpflanzen Europas; archäologische Befunde belegen eine Nutzung seit der Altsteinzeit. Der Gattungsname Achillea verweist auf die griechische Überlieferung, wonach Achilles die Pflanze zur Wundversorgung seiner Krieger verwendet haben soll. Im Mittelalter war sie als 'Blutstillkraut' und 'Frauenkraut' weit verbreitet; Hildegard von Bingen beschrieb sie in ihren Schriften als wichtiges Heilmittel. Volksmedizinisch wurde sie in ganz Europa bei Verdauungsbeschwerden, Wunden und gynäkologischen Beschwerden eingesetzt.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Juni, Juli, August, September, Oktober

Erntezeit: Juni, Juli, August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Schafgarbe

© SAplants · CC BY-SA 4.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Millefolii flos, European Medicines Agency [Link]
  2. EMA HMPC Assessment: Millefolii herba, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Korbblütler-Allergie (Asteraceae). In der Schwangerschaft meiden. Kann Kontaktdermatitis verursachen.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Schafgarbe oder andere Pflanzen der Familie Asteraceae (Compositae), z. B. Arnika, Kamillenblüten oder Ringelblumenblüten.

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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