Pflanzenprofil
Schafgarbe
Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Harnwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Wundheilung
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Harnwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Wundheilung
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Blühende Krautspitzen – ganz oder geschnitten, getrocknet (Herba); gemäß Ph.Eur. mit mind. 2 ml/kg ätherischem Öl und mind. 0,02 % Proazulenen
Jugendliche, Erwachsene und ältere Patienten (>12 Jahre), oral: (a) Kräutertee: 1,5–4 g Droge in 150–250 ml kochendem Wasser, 3–4x täglich zwischen den Mahlzeiten; (b) Presssaft (frische Pflanze, DER 1:0,65–0,93): 5–10 ml 2–3x täglich; (c) Flüssigextrakt (DER 1:1, Ethanol 25%): 2–4 ml 3x täglich; (d) Tinktur (1:5, Ethanol 45%): 2–4 ml 3x täglich; (e) Tinktur (1:5, Ethanol 31,5%): 4,3 ml 4x täglich; (f) Trockenextrakt (DER 6–9:1, Wasser): 334 mg Instant-Tee 3–4x täglich; (g) Trockenextrakt (DER 5–10:1, Wasser): 250 mg Filmtablette, 1 Tablette 2–3x täglich (Menstruationsbeschwerden). Bei Appetitverlust: Einnahme 30 min vor den Mahlzeiten. Topisch (kleine oberflächliche Wunden): 3–4 g Droge in 250 ml Wasser als Infusion für Kompressen, 2–3x täglich.
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Schwerwiegend | Cyclosporine | Hemmung von CYP450-Enzymen erhöht Cyclosporin-Plasmakonzentration | Kombination vermeiden; bei Einnahme engmaschiges Cyclosporin-TDM erforderlich |
| Moderat | Erythromycin | CYP450-Inhibition (v.a. CYP3A4) führt zu erhöhter Erythromycin-Exposition | Gleichzeitige Anwendung mit Vorsicht; Überwachung auf kardiale Symptome |
| Moderat | Benzodiazepin | CYP450-Inhibition (v.a. CYP2C19/CYP3A4) erhöht Diazepam-Plasmakonzentration | Kombination meiden oder Dosis reduzieren; Patient auf verstärkte ZNS-Dämpfung überwachen |
| Schwerwiegend | Cyclosporin | Hemmung von CYP450-Enzymen durch Achillea millefolium erhöht Cyclosporin-Plasmaspiegel | Kombination vermeiden; bei Anwendung engmaschige Spiegelkontrollen erforderlich |
| Moderat | Erythromycin | CYP450-Hemmung durch Achillea millefolium führt zu erhöhten Erythromycin-Plasmaspiegeln | Kombination mit Vorsicht; ggf. Dosisanpassung und klinisches Monitoring |
| Moderat | Benzodiazepin / Anxiolytikum | CYP450-Hemmung durch Achillea millefolium erhöht Diazepam-Plasmaspiegel | Kombination meiden oder Dosis reduzieren; Patient auf verstärkte Sedierung überwachen |
| Theoretisch | NSAIDs / COX-2-Hemmer | Millefolacton C hemmt COX-2-Proteinexpression in vitro (BV2-Zellmodell) | Rein in-vitro; keine klinische Evidenz. Bei Kombination engmaschig auf GI-Symptome achten. |
| Theoretisch | Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmer | COX-2- und 15-LOX-Hemmung reduziert Thromboxan- und Leukotrien-Synthese in vitro | Rein in-vitro; keine klinischen Daten. Kombination mit Antikoagulanzien beobachten. |
| Theoretisch | 15-LOX-Inhibitoren / Leukotrienantagonisten | Millefolacton C, E und Millefoliumin A/B hemmen 15-LOX enzymatisch in vitro | Ausschließlich In-vitro-Befund; keine Handlungsempfehlung ableitbar. |
| Moderat | Antidiabetikum | Achillea millefolium steigert Insulinsensitivität und -sekretion sowie hemmt α-Glucosidasen | Blutzucker engmaschig kontrollieren bei Kombination mit Insulin oder oralen Antidiabetika |
| Moderat | Orale Antidiabetika (α-Glucosidasehemmer) | Additive Hemmung der α-Glucosidasen durch Pflanzenwirkstoffe | Kombination mit Acarbose oder Miglitol nur unter ärztlicher Aufsicht |
Verwechslungsgefahr
Im Jugendstadium können die fein gefiederten Blätter mit jungen Pflanzen giftiger Doldenblütler wie dem Gefleckten Schierling (Conium maculatum) oder dem Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) verwechselt werden. Innerhalb der Gattung ist eine Verwechslung mit der Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica) möglich, deren Blätter deutlich weniger stark gefiedert sind.
Geschichte & Tradition
Die Schafgarbe zählt zu den ältesten Heilpflanzen Europas; archäologische Befunde belegen eine Nutzung seit der Altsteinzeit. Der Gattungsname Achillea verweist auf die griechische Überlieferung, wonach Achilles die Pflanze zur Wundversorgung seiner Krieger verwendet haben soll. Im Mittelalter war sie als 'Blutstillkraut' und 'Frauenkraut' weit verbreitet; Hildegard von Bingen beschrieb sie in ihren Schriften als wichtiges Heilmittel. Volksmedizinisch wurde sie in ganz Europa bei Verdauungsbeschwerden, Wunden und gynäkologischen Beschwerden eingesetzt.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Juni, Juli, August, September, Oktober
Erntezeit: Juni, Juli, August, September
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© SAplants · CC BY-SA 4.0
Sicherheitshinweise
Nicht bei Korbblütler-Allergie (Asteraceae). In der Schwangerschaft meiden. Kann Kontaktdermatitis verursachen.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Schafgarbe oder andere Pflanzen der Familie Asteraceae (Compositae), z. B. Arnika, Kamillenblüten oder Ringelblumenblüten.
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Meiden |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.