Luavera

Pflanzenprofil

Knoblauch

Allium sativum

Alliaceae

Knoblauch ist eine der ältesten und am besten erforschten Heilpflanzen weltweit. Die Zwiebel enthält Allicin und andere Schwefelverbindungen, die in Studien untersucht werden. In der Literatur werden antimikrobielle Effekte sowie Auswirkungen auf Blutdruck und Cholesterinspiegel beschrieben. Traditionell und in der modernen Phytotherapie wird Knoblauch im Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit verwendet und ist Gegenstand von Studien im Zusammenhang mit körpereigenen Abwehrfunktionen.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Herz-Kreislauf-Unterstützung, Bluthochdruck, Arteriosklerose-Prophylaxe, Infektabwehr

VerdauungsbeschwerdenImmunsystemEntzündungenErkältung & GrippeHerz-kreislaufBluthochdruckCholesterinArteriosklerose

Inhaltsstoffe

AlliinAllicinAjoeneDiallylsulfidweitere organische SchwefelverbindungenFlavonoideSaponineSelenVitamin C

Zubereitungsformen

TinkturKapselTablettePulverStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Zwiebel (Bulbus)

Erwachsene (WHO-Monographie): Frischer Knoblauch 2–5 g/Tag, Trockenpulver 0,4–1,2 g/Tag, Öl 2–5 mg/Tag, Extrakt 300–1000 mg/Tag; sonstige Zubereitungen entspr. 4–12 mg Alliin bzw. 2–5 mg Allicin tägl. ESCOP: Atheroskleros-Prophylaxe 0,5–1,0 g Trockenpulver tägl. (entspr. 6–10 mg Alliin / 3–5 mg Allicin); Atemwegsinfekte Erwachsene 2–4 g getrocknete Knolle 3x tägl. oder 2–4 ml Tinktur (1:5, Ethanol 45%) 3x tägl. EU-zugelassene Produkte: Trockenpulver 900 mg–1,38 g tägl. in Einzeldosen als Tablette/Kapsel; Trockenextrakt (DER 5:1, Ethanol 34%) 200–400 mg tägl. als Tablette. Einnahme mit den Mahlzeiten empfohlen (zur Vermeidung gastrointestinaler Beschwerden).

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischDPP4-Inhibitoren (Gliptine, z.B. Sitagliptin)Knoblauch-Peptide (v.a. WPHY, IC50 81,57 µM) hemmen DPP4 in vitro – additiver Effekt mit synthetischen Gliptinen möglichNur In-vitro-Befund; klinische Relevanz unklar; bei Diabetikern unter Gliptinen Knoblauch-Supplemente beachten
TheoretischACE-Hemmer (z.B. Ramipril, Enalapril)Netzwerkpharmakologie identifiziert ACE als weiteres Zielprotein der Knoblauch-Peptide (in silico)Rein computergestützter Befund; keine experimentelle Bestätigung im Abstract; klinische Bedeutung offen
TheoretischCOX-2-Inhibitoren / NSAIDsNetzwerkpharmakologie zeigt PTGS2 (COX-2) als Zielmolekül; mögliche Hemmung parallel zu NSAIDs (in silico)Ausschließlich In-silico-Daten; keine experimentelle Validierung im Abstract
TheoretischDPP4-Inhibitoren (Gliptine)Knoblauch-Peptide (v.a. WPHY) hemmen DPP4 in vitro (IC50 81,57 µM); additiver Effekt mit synthetischen DPP4-Inhibitoren möglichRein in-vitro/computational; keine klinische Evidenz. Bei Diabetikern unter Gliptinen Knoblauch-Supplementierung beobachten.
ModeratThrombozytenaggregationshemmer / AntikoagulanzienOrganosulfurverbindungen in Allium sativum besitzen antiplatelet-Eigenschaften, die additiv mit gerinnungshemmenden Substanzen wirken können.Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmern; ärztliche Rücksprache empfohlen.

Verwechslungsgefahr

Als Kulturpflanze ist Knoblauch selbst kaum verwechselbar; bei der Wildsammlung junger Triebe kann jedoch eine Ähnlichkeit mit Bärlauch (Allium ursinum) bestehen, wobei der intensive Knoblauchgeruch eine sichere Unterscheidung ermöglicht. In frühen Blatt-Stadien besteht im Freiland theoretisch auch eine optische Ähnlichkeit mit dem giftigen Maiglöckchen (Convallaria majalis), das jedoch keinen Zwiebelgeruch aufweist.

Geschichte & Tradition

Knoblauch gehört zu den ältesten bekannten Kulturpflanzen und wurde bereits vor mehr als 5000 Jahren im Alten Ägypten als Stärkungs- und Heilmittel eingesetzt. Hippokrates und Dioskurides beschrieben seine Anwendung in der griechischen Antike, und auch in der traditionellen chinesischen sowie der ayurvedischen Medizin ist er seit Jahrtausenden etabliert. Im europäischen Mittelalter galt er als Schutzmittel gegen Infektionskrankheiten und wurde von Kräuterheilkundlern wie Hildegard von Bingen beschrieben. Heute ist Knoblauch eine der meistuntersuchten Heilpflanzen mit umfangreicher klinischer Forschung.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli

Erntezeit: Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Knoblauch

Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Allii sativi bulbus, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Vorsicht bei Blutgerinnungshemmern (Wechselwirkung). Kann Magenbeschwerden verursachen. Vor Operationen absetzen. Nicht bei Magengeschwüren in hoher Dosis.

Gegenanzeigen: Der vollständige Gegenanzeigen-Abschnitt (5.5.2, S. 85) ist im vorliegenden Auszug nicht enthalten. Aus der Produktübersicht geht hervor: Ein dänisches Präparat gibt explizit an 'nicht anzuwenden bei Kindern unter 12 Jahren mangels Erfahrung.'

SchwangerschaftVorsicht
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerVorsicht
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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