Pflanzenprofil
Hirtentäschel
Das Hirtentäschel ist eine weitverbreitete Heilpflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse, die traditionell als blutstillendes Mittel eingesetzt wird – insbesondere bei Menstruationsblutungen und äußerlichen Wunden. Es enthält Gerbstoffe, Flavonoide und Aminosäuren, denen in der Literatur entzündungshemmende und gefäßtonisierende Effekte zugeschrieben werden. Volksmedizinisch findet es zudem traditionelle Anwendung bei Blasenentzündungen; bei Verdacht auf eine Blasenentzündung ist ärztliche Beratung erforderlich.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Blutungen, Menstruationsbeschwerden, Wunden, Blasenentzündung, Blutdruckregulierung, Nierenprobleme
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (oberirdische Teile, getrocknet oder frisch)
Erwachsene und Jugendliche ab 18 Jahren, oral: A) Teeaufguss (zerkleinertes Kraut): Einzeldosis 1–5 g pro 150 ml Wasser, Tagesdosis 3–20 g. B) Flüssigextrakt 1:1 in 25% Ethanol: Einzeldosis 1–4 ml, Tagesdosis 3–12 ml. Topisch (Umschlag oder Nasentamponade): 3–5 g pro 150 ml Wasser. Keine Anwendungsdauerrestriktion dokumentiert; bei anhaltenden Symptomen Arzt aufsuchen.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Im Rosettenstadium kann Hirtentäschel mit dem Ackerhellerkraut (Thlaspi arvense) oder jungen Rosetten anderer Brassicaceen verwechselt werden. Die charakteristischen dreieckig-herzförmigen Schötchen der reifen Pflanze ermöglichen jedoch eine sichere Identifikation.
Geschichte & Tradition
Das Hirtentäschel wird seit der Antike als blutstillendes Mittel genutzt und findet sich in mittelalterlichen Kräuterbüchern wie dem Gart der Gesundheit (15. Jh.). Der volkstümliche Name leitet sich von den charakteristischen herzförmigen Schötchen ab, die an Hirtentaschen erinnern. Im Ersten Weltkrieg wurde die Pflanze in Deutschland als Ersatz für Mutterkornpräparate eingesetzt, als deren Verfügbarkeit eingeschränkt war. In der europäischen Volksmedizin war sie zudem ein verbreitetes Hausmittel bei Wunden und Harnwegsbeschwerden.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November
Erntezeit: März, April, Mai, Juni, September, Oktober
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© SaltySemanticSchmuck · CC BY-SA 4.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Bursae pastoris herba, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht in der Schwangerschaft anwenden. Bei Schilddrüsenerkrankungen und Nierensteinen ärztlichen Rat einholen.
Gegenanzeigen: Keine expliziten Kontraindikationen im Report genannt. Anwendung bei Jugendlichen unter 18 Jahren für Menstruationsblutungen nicht empfohlen (ärztliche Abklärung erforderlich). Anwendung bei Kindern unter 10 Jahren oral nicht empfohlen (fehlende Sicherheitsdaten).
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Vorsicht |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.