Luavera

Pflanzenprofil

Hirtentäschel

Capsella bursa-pastoris

Brassicaceae

Das Hirtentäschel ist eine weitverbreitete Heilpflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse, die traditionell als blutstillendes Mittel eingesetzt wird – insbesondere bei Menstruationsblutungen und äußerlichen Wunden. Es enthält Gerbstoffe, Flavonoide und Aminosäuren, denen in der Literatur entzündungshemmende und gefäßtonisierende Effekte zugeschrieben werden. Volksmedizinisch findet es zudem traditionelle Anwendung bei Blasenentzündungen; bei Verdacht auf eine Blasenentzündung ist ärztliche Beratung erforderlich.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Blutungen, Menstruationsbeschwerden, Wunden, Blasenentzündung, Blutdruckregulierung, Nierenprobleme

BlaseBluthochdruckNierenMenstruationWunden & VerletzungenBlutungenEntzündung

Inhaltsstoffe

GerbstoffeFlavonoide (u. a. QuercetinLuteolin)biogene Amine (HistaminTyraminAcetylcholin)CholinGlucosinolateFumarsäureVitamin C

Zubereitungsformen

TeeAufgussTinkturUmschlag

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (oberirdische Teile, getrocknet oder frisch)

Erwachsene und Jugendliche ab 18 Jahren, oral: A) Teeaufguss (zerkleinertes Kraut): Einzeldosis 1–5 g pro 150 ml Wasser, Tagesdosis 3–20 g. B) Flüssigextrakt 1:1 in 25% Ethanol: Einzeldosis 1–4 ml, Tagesdosis 3–12 ml. Topisch (Umschlag oder Nasentamponade): 3–5 g pro 150 ml Wasser. Keine Anwendungsdauerrestriktion dokumentiert; bei anhaltenden Symptomen Arzt aufsuchen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im Rosettenstadium kann Hirtentäschel mit dem Ackerhellerkraut (Thlaspi arvense) oder jungen Rosetten anderer Brassicaceen verwechselt werden. Die charakteristischen dreieckig-herzförmigen Schötchen der reifen Pflanze ermöglichen jedoch eine sichere Identifikation.

Geschichte & Tradition

Das Hirtentäschel wird seit der Antike als blutstillendes Mittel genutzt und findet sich in mittelalterlichen Kräuterbüchern wie dem Gart der Gesundheit (15. Jh.). Der volkstümliche Name leitet sich von den charakteristischen herzförmigen Schötchen ab, die an Hirtentaschen erinnern. Im Ersten Weltkrieg wurde die Pflanze in Deutschland als Ersatz für Mutterkornpräparate eingesetzt, als deren Verfügbarkeit eingeschränkt war. In der europäischen Volksmedizin war sie zudem ein verbreitetes Hausmittel bei Wunden und Harnwegsbeschwerden.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November

Erntezeit: März, April, Mai, Juni, September, Oktober

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Hirtentäschel

© SaltySemanticSchmuck · CC BY-SA 4.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Bursae pastoris herba, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht in der Schwangerschaft anwenden. Bei Schilddrüsenerkrankungen und Nierensteinen ärztlichen Rat einholen.

Gegenanzeigen: Keine expliziten Kontraindikationen im Report genannt. Anwendung bei Jugendlichen unter 18 Jahren für Menstruationsblutungen nicht empfohlen (ärztliche Abklärung erforderlich). Anwendung bei Kindern unter 10 Jahren oral nicht empfohlen (fehlende Sicherheitsdaten).

SchwangerschaftMeiden
StillzeitUnbekannt
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckVorsicht
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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