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Pflanzenprofil

Gemeiner Wacholder

Juniperus communisL.

Verdauungsstörungen, Blähungen, Appetitlosigkeit, Harnwegsinfektionen, Durchspülungstherapie


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verdauungsstörungen, Blähungen, Appetitlosigkeit, Harnwegsinfektionen, Durchspülungstherapie

VerdauungsbeschwerdenHarnwege & BlaseAppetitlosigkeitBlahungen

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl (α-PinenMyrcenSabinenLimonen)Flavonoide (AmentoflavonQuercetin)GerbstoffeDiterpeneHarze (Juniperin)organische SäurenInvertzucker

Zubereitungsformen

TeeTinkturÄtherisches ÖlKapselStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Reife, nicht fermentierte Beerenzapfen (Scheinfrüchte) von Juniperus communis L.; ätherisches Öl durch Wasserdampfdestillation gewonnen

Oral (Erwachsene): 60–100 mg ätherisches Öl pro Tag in 1–3 Einzeldosen; in Deutschland zugelassene Weichkapseln mit 100 mg/Tag (1 Kapsel täglich). Alternativ 2–4 Tropfen pro Tag (ältere Quellen). Äußerlich: 15–20 ml Badezusatz (ca. 6,993 g Öl/100 g) auf ein Vollbad (35–38 °C), 3–4× wöchentlich für 10–20 min. Anwendungsdauer: nicht länger als 4 Wochen ohne ärztlichen Rat.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Eine gefährliche Verwechslung ist mit dem giftigen Sadebaum (Juniperus sabina) möglich, dessen Triebe schuppenförmige Blätter tragen und beim Zerreiben einen stechend-unangenehmen Geruch verströmen. Die Nadeln des Gemeinen Wacholders sind hingegen stets stechend-nadelförmig, dreikantig im Querschnitt und weisen auf der Oberseite eine charakteristische helle Längslinie auf.

Geschichte & Tradition

Wacholder zählt zu den ältesten Heilpflanzen Europas und war bereits in der Antike bei Völkern des Mittelmeerraums und Nordeuropas als Heilmittel bekannt. Im Mittelalter nutzte man die Beerenzapfen vor allem bei Verdauungsstörungen und Erkrankungen der Harnwege; Hildegard von Bingen empfahl die Pflanze in ihren medizinischen Schriften. Darüber hinaus wurden Wacholderzweige traditionell zum Räuchern und als Konservierungsmittel für Nahrungsmittel verwendet. In der europäischen Volksmedizin galt der Wacholder über Jahrhunderte als vielseitiges Mittel gegen eine Vielzahl innerer Beschwerden.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: April, Mai, Juni

Erntezeit: September, Oktober, November

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Gemeiner Wacholder

© Rasbak at Dutch Wikipedia · CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Juniperi galbulus (pseudo-fructus), European Medicines Agency [Link]
  2. EMA HMPC Assessment: Juniperi aetheroleum, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Nierenerkrankungen, Schwangerschaft oder entzündlichen Harnwegserkrankungen anwenden. Nicht länger als 6 Wochen.

Gegenanzeigen: Nierenerkrankungen (Nephritis, Pyelitis, Nierenentzündung); Schwangerschaft und Stillzeit; Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Öls.

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungMeiden
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckVorsicht
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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