Luavera

Pflanzenprofil

Nachtkerze

Oenothera biennis

Onagraceae

Die Nachtkerze wird vor allem wegen ihres fettsäurereichen Samenöls (Nachtkerzenöl) medizinisch genutzt, das einen hohen Gehalt an Gamma-Linolensäure (GLA) aufweist. Das Öl wird traditionell bei Neurodermitis, Ekzemen und prämenstruellem Syndrom eingesetzt. Auch zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden und entzündlichen Erkrankungen findet es Anwendung.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Neurodermitis, Ekzem, Prämenstruelles Syndrom, Wechseljahresbeschwerden, entzündliche Hauterkrankungen, Hormonstörungen

WechseljahreEkzemHautproblemeNeurodermitisEntzündungHormonstörungenPms

Inhaltsstoffe

Gamma-Linolensäure (GLA)LinolsäureÖlsäurePalmitinsäureTocopherolePolyphenoleGerbstoffeSchleimstoffe

Zubereitungsformen

KapselStandardisierter ExtraktSalbe

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Samen (Fettöl durch Pressung und/oder Extraktion gewonnen; Samen selbst nicht Teil der Monographie)

Darreichungsform: Fettöl als Weichkapsel zur oralen Einnahme. Kinder 1–12 Jahre: Einzeldosis 1000–2000 mg, Tagesdosis 2000–4000 mg. Jugendliche und Erwachsene: Einzeldosis 2000–3000 mg, Tagesdosis 4000–6000 mg. Behandlungsbeginn mit höchster Dosis empfohlen; Wirkung ggf. erst nach 8–12 Wochen sichtbar. Gemäß EMA-Monographie beschränkt auf Jugendliche und Erwachsene.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im ersten Standjahr können die grundständigen Blattrosetten der Nachtkerze mit Rosetten anderer Stauden verwechselt werden, darunter das giftige Jakobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris). Verwechslungen mit nah verwandten Oenothera-Arten wie der Großblütigen Nachtkerze (Oenothera glazioviana) sind ebenfalls möglich, wobei diese phytochemisch sehr ähnliche Eigenschaften aufweist.

Geschichte & Tradition

Die Nachtkerze stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo indigene Völker Wurzeln, Blätter und Samen sowohl als Nahrungsmittel als auch als Heilmittel verwendeten. Im 17. Jahrhundert gelangte die Pflanze nach Europa und verbreitete sich zunächst als Zierpflanze. Die pharmakologische Bedeutung des Samenöls wurde erst im 20. Jahrhundert erkannt, als der hohe Gehalt an Gamma-Linolensäure (GLA) — einer in pflanzlichen Ölen seltenen Fettsäure — systematisch untersucht wurde. Seitdem werden in der Fachliteratur traditionelle Anwendungen des Nachtkerzenöls im Zusammenhang mit der Hautgesundheit und hormoneller Balance beschrieben.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Juni, Juli, August, September

Erntezeit: August, September, Oktober

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Nachtkerze

© Christian Ferrer · CC BY-SA 4.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Oenotherae oleum, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Bei Epilepsie und Gerinnungsstörungen mit Vorsicht; mögliche Wechselwirkungen mit Antikoagulanzien und Phenothiazinen.

Gegenanzeigen: Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Kinder unter 1 Jahr: keine ausreichenden Daten, Anwendung nicht empfohlen. Bei Epilepsie: ärztliche Rücksprache erforderlich. Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe.

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderVorsicht
BlutverdünnerVorsicht
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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