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Pflanzenprofil

Pelargonium sidoides

Pelargonium sidoides DC;Pelargonium reniforme

Geraniaceae

Erkältung, Husten, akute Bronchitis, Sinusitis, Mandelentzündung, Atemwegsinfekte


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Erkältung, Husten, akute Bronchitis, Sinusitis, Mandelentzündung, Atemwegsinfekte

Husten & BronchitisErkältung & GrippeBronchitisAtemwegserkrankungenHalsschmerzenImmunsystem

Inhaltsstoffe

Cumarine (Umckalin678-Trimethoxycumarin)Gerbstoffe (GallotanninePhenolcarbonsäuren)FlavonoidePolysaccharidePhytosterole

Zubereitungsformen

TinkturStandardisierter ExtraktNativextraktTabletteSirup

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (getrocknete, meist fragmentierte Unterorgane von Pelargonium sidoides DC und Pelargonium reniforme Curt.)

Flüssigextrakt (DER 1:8-10), Ethanol 11% m/m: Kinder 1–5 J.: 3x tägl. 10 Tropfen (≈0,4 ml); Kinder 6–12 J.: 3x tägl. 20 Tropfen (≈0,9 ml); Erwachsene/Jugendliche >12 J.: 3x tägl. 30 Tropfen (≈1,4 ml). Trockenextrakt als Filmtablette (20 mg/Tablette): Kinder 6–12 J.: 2x tägl. 1 Tablette; Erwachsene/Jugendliche >12 J.: 3x tägl. 1 Tablette. Sirup (0,25 g Extrakt/100 g): Kinder 1–5 J.: 3x tägl. 2,5 ml; Kinder 6–12 J.: 3x tägl. 5 ml; Erwachsene/Jugendliche >12 J.: 3x tägl. 7,5 ml. Anwendungsdauer: 7–10 Tage, maximal 3 Wochen.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischZanamivirSynergistische Hemmung der bakteriellen Neuraminidase (Vibrio cholerae) durch Kombination von Zanamivir und EPs 7630 in vitroNur In-vitro-Befund; keine klinische Empfehlung ableitbar
TheoretischZanamivirSynergistische Hemmung der bakteriellen Neuraminidase durch Kombination von Zanamivir und EPs 7630 (Pelargonium sidoides Wurzelextrakt) in vitroRein experimenteller Befund; keine klinische Handlungsempfehlung ableitbar

Verwechslungsgefahr

Pelargonium sidoides wird im Handel und in der Fachliteratur häufig gemeinsam mit der nahe verwandten Art Pelargonium reniforme geführt, deren Wurzeln morphologisch und inhaltsstofflich ähnlich sind und in südafrikanischen Wildsammlungen oft vermischt werden. Andere Pelargonium-Arten, insbesondere Zierpelargonien (z. B. Pelargonium zonale), sind aufgrund der deutlich abweichenden Blattform und des fehlenden Hauptwirkstoffprofils in der Praxis kaum zu verwechseln.

Geschichte & Tradition

Pelargonium sidoides stammt aus dem südlichen Afrika und wird in der traditionellen Medizin der Zulu, Sotho und Xhosa seit Jahrhunderten gegen Lungenerkrankungen, Tuberkulose und Atemwegsinfekte eingesetzt. Die Wurzel, bekannt als "Umckaloabo" (Zulu für "schwerer Husten"), gelangte um 1897 durch den Engländer Charles H. Stevens nach Europa, der berichtete, seine Tuberkulose damit geheilt zu haben. Daraus entwickelte sich das heute standardisierte pflanzliche Arzneimittel EPs® 7630, das zu einem der meistverkauften Phytopharmaka im deutschsprachigen Raum wurde.

Saison und Sammeln

Blütezeit: April, Mai, Juni, Juli, August, September

Erntezeit: September, Oktober, November

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Pelargonium sidoides

© Photo by and (c)2006 Derek Ramsey (Ram-Man). Location credit to the Chanticleer Garden. · CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Pelargonii radix, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht in Schwangerschaft/Stillzeit; selten Leberwerterhöhung möglich; Wechselwirkung mit Blutverdünnern beachten.

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderUnbekannt
BlutverdünnerVorsicht
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungVorsicht
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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