Pflanzenprofil
Pelargonium sidoides
Erkältung, Husten, akute Bronchitis, Sinusitis, Mandelentzündung, Atemwegsinfekte
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Erkältung, Husten, akute Bronchitis, Sinusitis, Mandelentzündung, Atemwegsinfekte
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (getrocknete, meist fragmentierte Unterorgane von Pelargonium sidoides DC und Pelargonium reniforme Curt.)
Flüssigextrakt (DER 1:8-10), Ethanol 11% m/m: Kinder 1–5 J.: 3x tägl. 10 Tropfen (≈0,4 ml); Kinder 6–12 J.: 3x tägl. 20 Tropfen (≈0,9 ml); Erwachsene/Jugendliche >12 J.: 3x tägl. 30 Tropfen (≈1,4 ml). Trockenextrakt als Filmtablette (20 mg/Tablette): Kinder 6–12 J.: 2x tägl. 1 Tablette; Erwachsene/Jugendliche >12 J.: 3x tägl. 1 Tablette. Sirup (0,25 g Extrakt/100 g): Kinder 1–5 J.: 3x tägl. 2,5 ml; Kinder 6–12 J.: 3x tägl. 5 ml; Erwachsene/Jugendliche >12 J.: 3x tägl. 7,5 ml. Anwendungsdauer: 7–10 Tage, maximal 3 Wochen.
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Theoretisch | Zanamivir | Synergistische Hemmung der bakteriellen Neuraminidase (Vibrio cholerae) durch Kombination von Zanamivir und EPs 7630 in vitro | Nur In-vitro-Befund; keine klinische Empfehlung ableitbar |
| Theoretisch | Zanamivir | Synergistische Hemmung der bakteriellen Neuraminidase durch Kombination von Zanamivir und EPs 7630 (Pelargonium sidoides Wurzelextrakt) in vitro | Rein experimenteller Befund; keine klinische Handlungsempfehlung ableitbar |
Verwechslungsgefahr
Pelargonium sidoides wird im Handel und in der Fachliteratur häufig gemeinsam mit der nahe verwandten Art Pelargonium reniforme geführt, deren Wurzeln morphologisch und inhaltsstofflich ähnlich sind und in südafrikanischen Wildsammlungen oft vermischt werden. Andere Pelargonium-Arten, insbesondere Zierpelargonien (z. B. Pelargonium zonale), sind aufgrund der deutlich abweichenden Blattform und des fehlenden Hauptwirkstoffprofils in der Praxis kaum zu verwechseln.
Geschichte & Tradition
Pelargonium sidoides stammt aus dem südlichen Afrika und wird in der traditionellen Medizin der Zulu, Sotho und Xhosa seit Jahrhunderten gegen Lungenerkrankungen, Tuberkulose und Atemwegsinfekte eingesetzt. Die Wurzel, bekannt als "Umckaloabo" (Zulu für "schwerer Husten"), gelangte um 1897 durch den Engländer Charles H. Stevens nach Europa, der berichtete, seine Tuberkulose damit geheilt zu haben. Daraus entwickelte sich das heute standardisierte pflanzliche Arzneimittel EPs® 7630, das zu einem der meistverkauften Phytopharmaka im deutschsprachigen Raum wurde.
Saison und Sammeln
Blütezeit: April, Mai, Juni, Juli, August, September
Erntezeit: September, Oktober, November
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Photo by and (c)2006 Derek Ramsey (Ram-Man). Location credit to the Chanticleer Garden. · CC BY-SA 3.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Pelargonii radix, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht in Schwangerschaft/Stillzeit; selten Leberwerterhöhung möglich; Wechselwirkung mit Blutverdünnern beachten.
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Meiden |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Vorsicht |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Vorsicht |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.