Luavera

Pflanzenprofil

Spitzwegerich

Plantago lanceolata

Plantaginaceae

Husten, Erkältung, Bronchitis, Reizhusten, Rachenentzündung, Schleimhautentzündung, Wundversorgung


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Husten, Erkältung, Bronchitis, Reizhusten, Rachenentzündung, Schleimhautentzündung, Wundversorgung

Husten & BronchitisImmunsystemAtemwegserkrankungenEntzündungenWunden & VerletzungenBronchitisErkältung & GrippeHalsschmerzen

Inhaltsstoffe

Iridoidglykoside (AucubinCatalpol)Schleimstoffe (Polysaccharide)GerbstoffeFlavonoideKaffeesäurederivate (ActeosidePlantamajosid)Kieselsäure

Zubereitungsformen

TeeSirupTinkturUmschlagSalbe

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Getrocknete Blätter und Blütenschäfte (ganz oder zerkleinert); Qualitätsmindest: 1,5 % ortho-diphenolische Verbindungen (berechnet als Acteoside)

Zerkleinerte Droge als Tee (Aufguss): Erwachsene/Jugendliche 1,4–2 g in 150–250 ml kochendem Wasser, 2–3x täglich (Tagesdosis 4–6 g); Kinder 3–12 Jahre entsprechend reduziert. Presssaft (DER 1:0,5–0,9, Frischkraut): Erwachsene/Jugendliche 3x täglich 10 ml, Kinder 3–11 Jahre 2x täglich 5 ml. Trockenextrakt (DER 3–6:1, Wasser): Erwachsene 3x täglich 233 mg. Trockenextrakt (DER 3–5:1, Ethanol 20 %): Erwachsene 3–4x täglich 300 mg. Diverse Flüssigextrakte (verschiedene Extraktionsmittel) als Sirup in altersgestaffelten Dosierungen. Anwendungsdauer laut mehreren Produkten 7–14 Tage.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischDoxorubicinActeoside aus P. lanceolata hemmt Ferroptose via Glutaminsynthetase-Targeting und reduziert dadurch Doxorubicin-induzierte Kardiotoxizität.Nur präklinische Daten; keine klinische Empfehlung ableitbar. Keine gleichzeitige Anwendung ohne onkologische Rücksprache.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind am ehesten mit dem Breitwegerich (Plantago major) und dem Mittleren Wegerich (Plantago media) möglich, die sich durch breitere bzw. oval-elliptische Blätter unterscheiden; beide Arten sind jedoch ebenfalls medizinisch genutzt und ungiftig. Eine Verwechslungsgefahr mit toxischen Pflanzen besteht bei sachkundiger Betrachtung der charakteristischen parallelnervigen Lanzettblätter nicht.

Geschichte & Tradition

Spitzwegerich gehört zu den ältesten dokumentierten Heilpflanzen Europas und wird bereits bei Dioskurides und Plinius dem Älteren als Wund- und Atemwegsmittel erwähnt. Im Mittelalter war er unter dem Namen 'Wegebreiter' volksheilkundlich weit verbreitet; Hildegard von Bingen empfahl ihn bei Husten und Geschwüren. Als allgegenwärtiges Wegrandgewächs galt er in vielen Kulturen als Signaturpflanze der Volksheilkunde. Im 20. Jahrhundert wurde er durch phytochemische Studien wissenschaftlich rehabilitiert; in der Forschung werden reizmildernde Effekte beschrieben.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September

Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Spitzwegerich

© sannse · CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Plantaginis lanceolatae folium, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Gilt als sicher; bei Wegerich-Allergie meiden; bei Kleinkindern unter 2 Jahren Rücksprache mit Arzt empfohlen.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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