Luavera

Pflanzenprofil

Sauerkirsche

Prunus cerasus L.

Rosaceae

Die Sauerkirsche wird in der Volksmedizin vor allem mit ihren Stielen (Kirschwasser) traditionell für ihre harntreibenden Eigenschaften eingesetzt. Die anthocyanreichen Früchte werden in Studien als antioxidativ und entzündungshemmend beschrieben. Zudem enthält die Sauerkirsche natürliches Melatonin und wird in der Volksheilkunde traditionell zur Unterstützung des normalen Schlafs verwendet.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Harnwegsinfektionen, Gicht, Entzündungen, Schlafstörungen, Antioxidantien, Nierensteine (vorbeugend)

Harnwege & BlaseGichtEntzündungSchlafproblemeNiereGelenk- & Rheumaschmerzen

Inhaltsstoffe

Anthocyane (Cyanidin-3-glucosylrutinosidCyanidin-3-rutinosid)MelatoninFlavonoide (QuercetinKämpferol)organische Säuren (Äpfel-Zitronensäure)GerbstoffeKaliumsalze

Zubereitungsformen

TeeSirupStandardisierter ExtraktNativextraktPulver

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Fruchtstiele (Pedunculi) von Prunus cerasus L. und Prunus avium L. nach Fruchtreife und Trocknung

Erwachsene: Infusion von 2–6 g zerkleinerter Droge pro 200 mL heißem Wasser (3–5 min ziehen lassen) oder Dekokt (10–20 min köcheln), 1 Tasse 2–4x täglich. Nach Pharmacopée Française: 5–10 g/L, 250–500 mL täglich. Alternativ Hartkapseln mit 350 mg Trockenextrakt: 2 Kapseln 2x täglich mit einem großen Glas Wasser. Klinische Studie: 2 Kapseln à 335 mg alle 8 Stunden (Tagesdosis 2 g).

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslung mit der Süßkirsche (Prunus avium) ist möglich, die sich durch weniger saure Früchte und einen kräftigeren Wuchs unterscheidet. Die Mahalebkirsche (Prunus mahaleb) ähnelt in Blüte und Habitus, trägt jedoch deutlich kleinere, stark bittere Früchte.

Geschichte & Tradition

Die Sauerkirsche stammt aus dem Gebiet zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem Meer und wurde wahrscheinlich durch die Römer nach Mitteleuropa verbreitet. Im Mittelalter fand sie in Klostergärten Verbreitung als Nahrungs- und Heilpflanze. Die volksmedizinische Nutzung der getrockneten Kirschstiele als Diuretikum ist seit dem 18. Jahrhundert schriftlich belegt. Die wissenschaftliche Untersuchung der Anthocyane sowie des natürlichen Melatoningehalts setzte erst im 20. Jahrhundert ein.

Saison und Sammeln

Blütezeit: April, Mai

Erntezeit: Juni, Juli, August

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Sauerkirsche

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Prunus avium peduncle, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Kerne nicht zerbeißen (Blausäure-Verbindungen). Bei Nierenerkrankungen Rücksprache mit Arzt. Keine bekannten schwerwiegenden Wechselwirkungen.

Gegenanzeigen: Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen (keine Daten zur reproduktiven Toxizität vorhanden). Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen (fehlende adäquate Daten).

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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