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Pflanzenprofil

Rheum palmatum

Rheum palmatumL.;Rheum officinale Baillon

Verstopfung, Anregung der Darmtätigkeit, Vorbereitung auf Darmuntersuchungen


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verstopfung, Anregung der Darmtätigkeit, Vorbereitung auf Darmuntersuchungen

VerdauungsbeschwerdenVerstopfung

Inhaltsstoffe

Anthrachinone (EmodinAloe-EmodinRheinChrysophanolPhyscion)Gerbstoffe (GallotannineCatechine)Stilbene (Rhaponticin)OxalsäureFlavonoide

Zubereitungsformen

PulverTinkturTabletteKapselAbkochung

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (ganze oder geschnittene, getrocknete unterirdische Pflanzenteile; Rinde und Nebenwurzeln weitgehend entfernt; standardisiert auf Hydroxyanthracen-Derivate, berechnet als Rhein)

Erwachsene, ältere Patienten und Jugendliche ab 12 Jahren: 20–30 mg Hydroxyanthracen-Derivate (berechnet als Rhein) einmal täglich zur Nacht als Kräutertee. Zugelassenes Fertigprodukt (DE): 1,65 g auf 150 ml kochendes Wasser, 1 Tasse täglich. Kinder ab 10 Jahren: laut EU-Zulassung (DE) und ESCOP gleiche Dosierung. Es ist stets die niedrigste wirksame Dosis zu wählen. Anwendungsdauer: Kurzzeit.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Rheum palmatum kann mit dem Garten-Rhabarber (Rheum × hybridum) verwechselt werden, der als Gemüse bekannt ist, jedoch einen deutlich geringeren Anthrachinongehalt aufweist und keine vergleichbare abführende Wirkung besitzt. Auch die nahe verwandte Art Rheum officinale Baillon ist botanisch sehr ähnlich und wird medizinisch äquivalent verwendet, weshalb beide Arten in der Phytotherapie oft synonym gehandelt werden.

Geschichte & Tradition

Rheum palmatum, der Medizinalrhabarber, wird seit mehr als 2000 Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Abführ- und Bittermittel eingesetzt. Über die Seidenstraße gelangte er im Mittelalter als wertvolles Handelsgut nach Europa, wo er zu einem der teuersten Arzneimittel seiner Zeit zählte. Seit dem 17. Jahrhundert war er in zahlreichen europäischen Pharmakopöen gelistet. Im 18. Jahrhundert begann die gezielte Kultivierung in Europa, um die beschwerliche Importroute zu umgehen.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli

Erntezeit: September, Oktober, November

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Rheum palmatum

© Alexander Klink · CC BY 4.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Rhei radix, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Darmverschluss, Schwangerschaft, Stillzeit oder Nierenleiden. Nicht länger als 1–2 Wochen anwenden.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerVorsicht
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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