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Pflanzenprofil

Echter Krapp

Rubia tinctorum L.

Rubiaceae

Der Echte Krapp wird in der Volksmedizin traditionell bei Harnwegserkrankungen erwähnt. In der Literatur werden seinen Anthrachinonen harntreibende und krampflösende Effekte beschrieben. Die Wurzel enthält Alizarin und Purpurin, die auch als Farbstoffe genutzt wurden. Aufgrund möglicher mutagener und karzinogener Eigenschaften wird die innere Anwendung heute nicht mehr empfohlen. Eine innere Anwendung erfordert ärztliche Beratung.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Harnsteine, Blasensteine, Harnwegsbeschwerden, Nierengries (historisch, heute obsolet)

NierenHarnwege & BlaseBlasensteineKrampfe

Inhaltsstoffe

Anthrachinone (AlizarinPurpurinMunjistinPseudopurpurin)IridoidglykosideGerbstoffeorganische Säuren

Zubereitungsformen

AbkochungTinktur

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind mit dem Wilden Krapp (Rubia peregrina) möglich, der in Südeuropa vorkommt und ähnliche Anthrachinone enthält. Gelegentlich werden Rubia-Arten auch mit Galium-Spezies (Labkräuter, ebenfalls Rubiaceae) verwechselt, die jedoch deutlich kleinere Blätter, vierzählige Blüten und keine verdickte Färberwurzel aufweisen.

Geschichte & Tradition

Der Echte Krapp zählt zu den ältesten Nutzpflanzen des Mittelmeerraums und wurde bereits im antiken Ägypten, Griechenland und Rom sowohl als Rot-Farbstoffpflanze als auch arzneilich genutzt. Im europäischen Mittelalter war die getrocknete Wurzel unter dem Namen Radix Rubiae tinctorum offizinell und wurde bei Harnsteinen, Gelbsucht und Amenorrhö eingesetzt. Die großindustrielle Krappfärberei florierte bis zur Synthese von Alizarin durch Graebe und Liebermann 1868, woraufhin der Anbau rapide zurückging. Tierexperimentelle Studien des 20. Jahrhunderts wiesen zudem eine knochenmarkaktivierende Wirkung nach, was das anhaltende pharmakologische Interesse an der Pflanze begründet.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli, August

Erntezeit: September, Oktober, November

Pflanzenbild

Echter Krapp

© Carstor · CC BY-SA 3.0

Sicherheitshinweise

Nicht mehr therapeutisch empfohlen. Anthrachinone wirken potenziell mutagen und karzinogen. Nicht in der Schwangerschaft anwenden.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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