Pflanzenprofil
Speierling
Der Speierling (Sorbus domestica) ist ein in Mitteleuropa selten gewordener Wildbaum aus der Familie der Rosengewächse, dessen herb-adstringierende Früchte traditionell bei Durchfall und Verdauungsbeschwerden eingesetzt wurden. Die Früchte enthalten Gerbstoffe, Äpfelsäure und Sorbit und werden erst nach dem Weichwerden (Teigwerden) genießbar. Volksmedizinisch wurden Abkochungen der Früchte auch zur Stärkung bei Schwächezuständen und als magenstärkendes Mittel verwendet.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Durchfall, Verdauungsbeschwerden, Darmregulierung, Magenstärkung, adstringierende Wirkung
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Am häufigsten wird der Speierling mit der Eberesche (Sorbus aucuparia) verwechselt, deren Früchte jedoch kleiner, leuchtend orangerot und deutlich bitterer schmecken. Auch die Elsbeere (Sorbus torminalis) kann ähnliche Standorte besiedeln, unterscheidet sich aber durch ihre gelappten Blätter und die kleinen, braun-gefleckten Früchte.
Geschichte & Tradition
Der Speierling gehört zu den ältesten Kulturgehölzen Mitteleuropas und war bereits in der Antike in Anbau. In der griechisch-römischen Medizin und im Mittelalter galten die adstringierenden Früchte als bewährtes Mittel gegen Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden. In der deutschen und österreichischen Volksmedizin wurden Abkochungen der teigweichen Früchte bis ins 19. Jahrhundert als Darmregulativum und magenstärkendes Mittel verwendet. Infolge des Rückgangs traditioneller Streuobstwiesen ist der Baum heute in Deutschland selten und in mehreren Bundesländern geschützt.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: April, Mai
Erntezeit: September, Oktober, November
Pflanzenbild
© BotBln · CC BY-SA 3.0
Sicherheitshinweise
Früchte nur vollreif (teigweich) genießen; unreife Früchte können Übelkeit verursachen. Nicht in Mengen bei Nierenerkrankungen.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.