Pflanzenprofil
Echter Beinwell
Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen, Rückenschmerzen, Entzündungen
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen, Rückenschmerzen, Entzündungen
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (getrocknetes Rhizom und Wurzeln von Symphytum officinale L.)
Nur zur äußerlichen Anwendung. Flüssigextrakt (Extraktion mit Ethanol 65% V/V, DER 2:1) in Salbenbasis; 100 g Salbe enthalten 10 g Extrakt. Erwachsene: morgens und abends auf die betroffene Stelle auftragen. Nicht länger als 10 Tage am Stück; max. 4–6 Wochen pro Jahr. Tagesdosis: max. 100 µg Pyrrolizidinalkaloide (1,2-ungesättigt, inkl. N-Oxide). Nur auf intakter Haut anwenden.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Junge Beinwellpflanzen können mit dem Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) verwechselt werden, dessen Blätter im Rosettenstadium ähnlich behaart und geformt sind – jedoch ist Fingerhut stark giftig. Auch eine Verwechslung mit dem Kaukasischen Beinwell (Symphytum caucasicum) oder dem Rauhen Beinwell (Symphytum asperum) ist möglich, die einen höheren Pyrrolizidinalkaloide-Gehalt aufweisen können.
Geschichte & Tradition
Der Echte Beinwell wird seit der Antike in der europäischen Heilkunde verwendet, vor allem zur äußerlichen Behandlung von Knochen- und Weichteilverletzungen. Bereits im Mittelalter galt er als bewährtes Mittel bei Frakturen und Prellungen, was sich im deutschen Namen widerspiegelt – abgeleitet von 'Bein' (Knochen) und 'wallen' (zusammenwachsen). Die Pflanze gehörte in vielen bäuerlichen Hausgärten zum festen Bestand. Seit der Entdeckung hepatotoxischer Pyrrolizidinalkaloide im 20. Jahrhundert ist die innere Anwendung stark eingeschränkt und heute weitgehend verlassen.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August
Erntezeit: März, April, Oktober, November
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Agnieszka Kwiecień (Nova) · CC BY 2.5
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Symphyti radix, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nur äußerlich anwenden. Nicht auf offene Wunden. Nicht in der Schwangerschaft. Enthält Pyrrolizidinalkaloide – interne Langzeitanwendung vermeiden.
Gegenanzeigen: Nicht auf verletzter oder offener Haut anwenden. Nicht empfohlen für Kinder unter 18 Jahren. Orale Anwendung nicht vorgesehen – kein Produkt mit 30-jähriger sicherer dokumentierter Anwendung für die orale Einnahme verfügbar.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Vorsicht |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Vorsicht |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.