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Pflanzenprofil

Gewöhnlicher Löwenzahn

Taraxacum officinale

Asteraceae

Der Gewöhnliche Löwenzahn wird traditionell zur Unterstützung der Leber- und Gallenfunktion sowie als mildes Harn- und Verdauungsmittel eingesetzt. Blätter, Wurzeln und Blüten enthalten Bitterstoffe, Inulin und Flavonoide, die den Gallefluss anregen und die Verdauung fördern. Besondere Bedeutung hat die Pflanze in der Volksmedizin bei Frühjahrskuren und zur Stoffwechselanregung.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Leber-Galle-Beschwerden, Verdauungsförderung, entwässernd, Frühjahrskur, Appetitlosigkeit, Stoffwechselanregung

VerdauungsbeschwerdenAppetitlosigkeitLeber & GalleWassereinlagerungenEntgiftungStoffwechselFrühjahrskur

Inhaltsstoffe

Bitterstoffe (TaraxacinTaraxacerin)InulinFlavonoide (LuteolinApigenin)Triterpene (TaraxolTaraxerolβ-Amyrin)PhytosteroleCarotinoidePhenolcarbonsäurenKalium

Zubereitungsformen

TeeTinkturAbkochungKapselStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Gesamte Pflanze (Wurzel mit Kraut), getrocknet

Tagesdosis: 3–4 g geschnittene oder pulverisierte Gesamtpflanze, 3x täglich. Alternativ: Abkochung (3–4 g in 150 ml Wasser) oder Aufguss (1 EL in 150 ml Wasser); 0,75–1,0 g Trockenextrakt 4:1 (w/w); 3–4 ml Flüssigextrakt 1:1 (g/ml); 5–10 ml Tinktur 1:5 in 45% Alkohol, 3x täglich.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind möglich mit dem Ferkelkraut (Hypochaeris radicata), das ebenfalls gelbe Zungenblüten trägt, jedoch behaarte Blätter und verzweigte Stängel aufweist. Weitere ähnliche Arten sind verschiedene Habichtskräuter (Hieracium spp.) und das Bitterkraut (Picris hieracioides), die sich durch behaarte, verzweigte Stängel und fehlenden Milchsaft vom hohlen, unverzweigten Löwenzahnstängel unterscheiden.

Geschichte & Tradition

Der Löwenzahn ist seit dem frühen Mittelalter als Heilpflanze dokumentiert; arabische Ärzte wie Ibn Sina beschrieben ihn im 11. Jahrhundert als Leber- und Milzmittel. Europäische Kräuterkundige des 16. Jahrhunderts wie Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs empfahlen die Pflanze als harntreibendes und gallenanregendes Mittel. Traditionell bildete Löwenzahn den Kern von Frühjahrskuren zur Stoffwechselanregung. Sowohl das HMPC der Europäischen Arzneimittelagentur als auch die ESCOP haben Monografien zur Pflanze veröffentlicht, die den traditionellen Gebrauch bei Verdauungsbeschwerden und zur Steigerung der Diurese anerkennen.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober

Erntezeit: März, April, Mai, Juni, September, Oktober

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Gewöhnlicher Löwenzahn

© Walther Otto Müller · Public domain

Quellen

  1. WHO Monographs on Selected Medicinal Plants — Volume 3, World Health Organization [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Gallenwegsverschluss oder Darmverschluss anwenden. Bei Latexallergie mögliche Reaktionen. Selten Magenbeschwerden möglich.

Gegenanzeigen: Kontraindiziert bei Obstruktion der Gallen- oder Darmwege sowie bei akuter Gallenblasenentzündung. Bei Gallenblasenerkrankungen nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden.

SchwangerschaftVorsicht
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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